Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wie praktisch ist doch so ein Prophet … Verdammt weshalb habe ich keinen

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Irgenwie dumm, dass ich keinen Propheten habe.
Sonst könnte ich, wenn IRGENDWER ihn verhöhnt, IRGENDWEN ANDEREN erschlagen….

Diesmal waren es keine Karikaturen (http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed-Karikaturen) in einem, dem Rest der Welt weitgehend unbekannten kleinen europäischen Land sondern ein dümmliches, offenbar zur gezielten Provokation auf Youtube gestellter Trailer, der „empört„.
Wie bestellt brüllen Menschen (meist Männer) in willfährig herbeigeholte Kameras und Mikros, dass sie nicht zulassen, dass man ihr Allerheiligstes  verunglimpft und ziehen brandschatzend durch ihre nächste Umgebung. Die Kollateralschäden, also die bei solchen Unruhen getöteten Menschen feuern die Aufregung weiter an und sorgen dafür, dass die ursprünglichen Fragen völlig aus den Augen verloren werden:

Das Grund- und Menschenrecht der Religionsfreiheit wird immer nur in seiner POSITIVEN Definition, also dem Recht eine Religion haben und ausüben zu dürfen eingefordert. Der Verzicht auf seine NEGATIVE Definition, also auch ein Recht darauf zu haben, persönlich KEINER Religion nachzulaufen, wird von „den Religiösen“ jedwelcher Art nur allzu gerne verleugnet. Von „Offenheit“ ist da bald nichts mehr zu spüren (vergl.: http://wp.me/p1kfuX-jv).

Wie wir erst kürzlich von der Kopftuch- bis zur Vorhautdebatte erlebt haben (https://medicus58.wordpress.com/2012/07/01/zuerst-das-kopftuch-und-jetzt-die-vorhaut-fur-eine-sakulare-diskussion/), wird das Primat der positiven Religionsfreiheit über jedwelche andere Erkenntnis der europäischen Geistensentwicklung seit der Aufklärung eingefordert und, das ist für mich der Punkt:
von den Abrahamitischen Religionen wird kein Gedanke darauf verwendet, wie sehr ihr Postulat, dass jeder, der sich nicht hrem Denken beugt:
missioniert und gebenenfalls erschlagen gehört,
den zweiten Teil der allen Menschen zustehenden „Religionsfreiheit“ aushöhlt.

Selbst in den Ländern, wo diese nicht mehr so einfach geduldet wird, besteht seltene Einigkeit zwischen all den „Auserwählten„, „Erleuchteten“ und „Gläubigen„, dass alle anderen
„eben noch nicht erleuchtet“ aber so sicher wie das Amen in ihren Gebeten: „Verdammt wären.

Hat sich schon irgendwer einmal Gedanken gemacht,
dass diese Vorverurteilung, halt ein bißchen zurück geblieben zu sein,
sich dem jeweiligen Gott als minderwertig erwiesen zu haben,
jedenfalls aber für das Jenseits die „Arschkarte“ gezogen zu haben,
einer durchaus den Karikaturen und Videos vergleichbare Beleidigung darstellt?

Natürlich könnte man antworten, dass man sich als „Ungläubiger“ doch nicht beleidigt fühlen kann, wenn einem der Eintritt ins „Paradies“ verweigert wird, an das man ohnehin nicht glaubt,
aber genauso könnte man doch antworten, dass sich der, der sich „der allumfassenden Größe seines Gottes sicher ist“, durch ein blödes Amateurvideo nicht aus der Ruhe bringen liesse, oder?

Written by medicus58

16. September 2012 um 16:06

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