Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Man kann sich sein Image nie aussuchen: Von österreichischen Bullen, spanischen Pferden und einem kleinen Kanzler

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Wir erinnern uns noch an den Sturm der Entrüstung,
als unser damaliger konservativer Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
(https://medicus58.wordpress.com/2012/02/15/schussel-wolfgang-und-seine-unschuldsvermutung/ ) glaubte Progressivität beweisen zu können, indem er am 26. Oktober 2001 mit markigen Worten den Österreichern ihre liebsten Identifikationssymbole zu entreissen versuchte:
Die alten Schablonen Lipizzaner, Mozartkugeln oder Neutralität greifen in der komplexen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts nicht mehr. http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXI/NRSITZ/NRSITZ_00097/SEITE_0138.html

Ob sie den früher gegriffen hätten, darüber schwieg der kleine Kanzler, ebenso wie auch darüber, weshalb er, der sich so gerne als Hausmusiker abbilden ließ, denn die Musik verschwieg;
Diese war bislang -nach meinen Erfahrungen- die im Ausland am häufigsten gemachte Assoziation zu Österreich.

Zugegeben folgten dann häufiger Lobeshymnen über
The Sound of Music“ (http://de.wikipedia.org/wiki/The_Sound_of_Music)
als die Erwähnung von Bruckner, Haydn, Mozart, Schönberg oder Schubert (in alphabetischer Reihenfolge und nicht nach meiner persönlicher Preferenz genannt),

aber egal:

Ich hörte seit Jahrzehnten auf allen Kontinenten, dass der Begriff Östereich unwideruflich entweder mit Musik oder den obskuren sportlichen Betätigungen assoziiert wurde, die man bei uns auf den „kunstschneebedeckten“ Bergen abzog,

bis heuer:

Völlig unverhofft erfuhr ich vor kurzem in den Höhen der Anden, dass man mein Heimatland nicht mehr mit all dem assoziiert, sondern nunmehr reflektorisch an einen klebrigen, koffeinhaltigen Energydrink denkt, der eigentlich aus Asien stammt

RED BULL http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Bull

Na fein, für die Konsumenten der 4,631 Milliarden Dosen, die aktuell pro Jahr konsumiert werden, ist Österreich nicht mehr das Land,

in dem Beethoven (OK, ein Deutscher) sein Gehör verloren hat,

in dem die Lipizzaner (OK das Gestüt liegt in Slowenien und die Hofreitschule heißt die Spanische) ab und an umherhüpfen,

in dem man Mozart zerkugelt,

oder in dem man Kaffee trinkt (wenn einen der Kellner endlich bedient),

nein,

Österreich ist das Land,
das seine Müdigkeit und Potenzschwäche mit einem überteuerten Zuckerwasser bekämpft und
damit kokettiert, dass die 0,4% Taurin weniger aus der Stiergalle als aus den „cochones“ dieser Viecher stammen.

TU FELIX AUSTRIA: NUNC EST BIBENDUM!

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Written by medicus58

3. September 2012 um 17:34

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