Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Man kann sich ganz schön anders fühlen, an heißen Tagen

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Brennt die Sonne vom Himmel, dann fallen die Hüllen, 
nicht nur an den Stränden und im Tröpferlbad, 
sondern auch in der U-Bahn und im Einkaufszentrum 
und da ist es nicht mehr zu verbergen:

Über wen, so wie meiner Wenigkeit, die letzten Tattoowellen narbenfrei hinweggezogen sind, wessen Sakralregion kein Arschgeweih, 
wessen Hals kein keltischer und wessen Nacken kein chinesischer Schriftzug ziert, 
der gehört einfach nicht mehr dazu.

Das Problem ist nur, dass ich in meinem ganzen Leben nur bei einem einzigen Menschen ein Tattoo gesehen habe, das ich wirklich schön fand.
Es handelte sich hier um einen schon etwas älteren Patienten, der sich über Jahre von tibetischen Mönchen vor Ort ein Mandala auf seinen Rücken tätowieren hat lassen und, als er auf der Intensivstation nach einer postoperativ aufgetretenen Lungenembolie wieder etwas zu Atem gekommen war, mit versicherte, dass er testamentarisch dafür gesorgt hat, dass nach seinem – jetzt eben noch nicht eingetretenen Tod, das Kunstwerk geborgen und der Nachwelt in geeigneter Weise erhalten bleiben wird.
Aber die meisten Werke halte ich für so wenig ansprechend, dass ich bislang auf derartige Verschönerung verzichtet habe und meine Reisen zu den Stätten des Lamaismus bislang auch lieber für anderes nutzte, als mich als Staffelei gebrauchen zu lassen … ein Dilemma.

Bald bin ich der einzige Untätowierte unter der gnadenlosen Sommersonne, aber 

HALT

Da fällt mir was ein …

Noch in der Volksschulzeit schaffte ich es (fragen Sie mich bitte nicht warum, das Geständnis des fehlenden „Arschgeweihs
(http://de.wikipedia.org/wiki/Arschgeweih) sollte für heute als Beleidigungsritus reichen), mir eine Bleistiftspitze in die Handfläche zu rammen – und – ich habe also doch ein Tattoo (Bild).

Nur muss ich aufpassen, das mir das gleiche Mißgeschick nicht noch zweimal passiert, weil sonst kann ich mich in Stein an der Donau nicht mehr sehen lassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4towierung 
„unter Häftlingen und ehemaligen Häftlingen sind Spinnen am Hals oder Hinterkopf, Tränen an den Augenrändern oder drei Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger gelegentlich anzutreffen“

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Written by medicus58

3. August 2012 um 07:03

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