Sprechstunde

über alles was uns krank macht

VerÄppeln gehört heute zum Lifestyle

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Auch wenn ich mit meinem früheren Eintrag (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=58077) schon des möglichen Vorwurfs ausgesetzt habe, einfach zu blöd für EDV zu sein,
möchte ich heute noch einen draufsetzen, denn eigentlich halte ich mich für einen besseren PC-Nutzer als Autofahrer, was mich vermutlich gänzlich aus der Statistik wirft, aber egal…

Nostalgie -oder als wir noch jung waren:

Seit den Zeiten eines 286er „Future“ PC unter DOS (eigentlich damals DR DOS http://de.wikipedia.org/wiki/DR-DOS ; war das supi, im Vergleich zum MS-DOS, sabber) klappere ich so auf allem herum, was uns seither als innovativ, produktivitätssteigernd oder schlicht als geil vorgesetzt wurde. Ich bekam von Intel die Zusicherung eines Prozessoraustausches in Aussicht gestellt, als der Fließkommabug ihres Pentiums bekannt wurde (http://de.wikipedia.org/wiki/Pentium-FDIV-Bug) und hatte bis zu Win 3.0 for Workgroups (http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Windows) noch das Gefühl zu kontrollieren, was das Ding eigentlich so treibt.
Danach wurden meine Eingriffe in die Steuerdateien meines Betriebssystems (NT, XP , Vista und 7) immer seltener und mein Verständnis, weshalb ich fallweise „den Administrator kontaktieren sollte“, obwohl ich der in Personalunion war und auch nicht wusste, weshalb der Druckertreiber den WLAN Treiber abgeschossen hat, als ich das letzte Update meines Virusscanners aufgespielt hatte, zu dem mich dessen Hersteller aufgefordert hat, weil er sonst das Funktionieren meines PCs nicht mehr garantieren konnte.
Aber nach einem Update des Graphiktreibers, der zwar für die on-board Graphikkarte nicht lizensiert war, aber von der Mehrheit der Forumteilnehmer ausdrücklich empfohlen wurde, musste ich nur noch Nero OEM reinstallieren und schon ging es weiter …

Kann man mit Obst auch arbeiten?
Diese, gar nicht so kurze Einführung sollte nur klären, dass ich Windoof Benutzer bin und ich es mir bislang verbissen habe, in Obst zu beißen:
In anderen Worten, ich habe Apple gemieden wie die Finanzindustrie die Transparenz.
Es war nicht, dass mich die Sweatshop-Produktion (http://wp.me/p1kfuX-7m) gestört hätte, denn die Teile unserer PCs werden auch nicht vom Herrgott-Schnitzer eines südtiroler Bergdorfes in trauter Heimarbeit hergestellt. Apple hatte schon Beginn an eine äußerst restriktive Politik, um an allem, was in ihre Dinger gesteckt wurde, an allem was auf ihren Produkten lief, mitzuverdienen. Natürlich waren die ersten Gehversuchen im digitalen Videoschnitt auf einem WIN-PC im Vergleich zum Fallobst-Desktop entschieden mühsamer, aber halt um locker 40% billiger. Ich kann mir natürlich ersparen, dass ich auch auf keinem Eier-Phone telefoniere und kein Eier-Pad meine Fingerabdrücke trägt. MP3 höre auf einem OS- und Android-freien Sony-Ericsson mit einer ganz miesen Nokia Software, die mich wenigstens nicht ausspioniert und bevorzuge für wirklichen Musikgenuss eine – allen meinen Nachbarn bekannte – DENON 5.1 HiFi Anlage.

Entscheiden Sie sich: Leben oder Familienleben
Das wäre weiterhin so geblieben, wenn nicht meine Tochter auf einen i-pod bestanden hätte.
Begründung: da kann man Spiele spielen
Gegenargument: auf deinem Samsung Corby auch
Entkräftung: aber nicht die aus dem i-Store

Nun gut, alle Erklärungen über die besch… Verkaufspolitik der Äppler, der Abzockerei im i-Store und was weiß ich noch prallen an der Argumentation ab, dass doch alle Freunde auch und man könne dann Spiele austauschen und .. Geburtstag hätte man auch ..

Egal

Ein i-Pod touch wurde glücklich in Empfang genommen und ja, der meldete sich mit dem erstaunten Verweis, dass er sofort ein WLAN benötigt, weil er sich sonst sogar weigert den Startbildschirm zu zeigen, den man gerade mit der Transportfolie abgezogen hat…

Enttäuschung und Einschub:
Ein Zugriff auf das Internets des PCs, von dem der kleine Flachling seinen Strom bezog (es lebe USB) kam einmal überhaupt nicht in Frage, das wäre ja zu leicht gewesen, es musste schon ein WLAN sein.
Einschub: Aus verschiedenen Gründen verweigere ich Standleitungen und dauernde WLANs und verbinde mich mit den kleinen USB Modems mit dem Rechner, auf dem ich die Verbindung benötige. Workstations, die sich gerade die nächsten 12 Stunden mit dem Rendern des letzten Videos beschäftigen, sollten meiner Meinung nach nicht am oder im Netz hängen, aber egal.
Also hängt man den verhassten Eier-Pod einmal in ein Heimnetzwerk, das er zwar erkennt, aber keinen Internetzugang hat. Die Tipps mehrerer Foren helfen wenig, die Installation von i-tunes klappt natürlich, aber, da der Flachling sein setup nicht abschließt, wenn er nicht vorher an einem WLAN geleckt hat, bringt mich das auch nicht weiter.
Ich überspringe nun die nächsten zwei Stunden, in denen ich auf drei weiteren Desktops bzw. Schlepptops versucht habe das mich veräppelnde Ding mit dem Notendigsten, also einem Internetzugang zu versorgen und setze gegen 21:00 fort, als ich mich in ein nahes Lokal begeben habe, von dem ich wusste, dass es neben maghrebinischen Köstlichkeiten auch ein freies WLAN im Angebot hatte.

Zwei Biere:
später prangten auf dem Eier-Pod alle freien Spiele Apps, derer ich habhaft werden konnte und die nicht schon im Titel das Blut eines Ego-Shooters verhießen.
Wenn Sie sich nun fragen, sollten Sie meine Odyssee bisher noch gelesen haben, weshalb ich 0,6 Liter Hopfensaft eines maghrebinischen Lokales benötigte, um die paar Setup-Schritte fertigzubringen, sei ihnen die Erklärung gegeben.
Auf dieses Teufelszeug bringt man nach abgeschlossenem Setup, das ich in wenigen Minuten fertig hatte, keine App drauf, wenn man sich nicht im i-Store persönlich anmeldet.
Als ich mich wahrheitsgemäß mit den Geburtsdaten meiner Tochter angemeldet habe, musste ich feststellen, dass es ihr nicht einmal erlaubt war, das harmloseste ICE AGE App runter zu laden, weil Steve Jobs sogar noch aus seiner „Cloud“ feststellte, dass sie in ihrem Alter nicht geschäftsfähig wäre.
Und nur darum geht es diesem Konzern, uns zuerst in großen und dann in kleinen Tranchen, die Eier aus der Börse zu holen …. deshalb Eier-Pod.
Als ich sodann eine neue Apple-ID anlegte und wahrheitsgemäß meinen Namen und mein Alter angab, verweigerte die Kiste sogar den download von Gratis-Apps, da ich mich weigerte dafür meine Kreditkartennummer preiszugeben.
Ich hätte natürlich die Möglichkeit anonym i-Tunes Gutscheine zu erwerben und diese an Stelle der Kreditkarte einzugeben, jedoch (es war inzwischen ca. 23:00) sahen die einschlägigen Geschäftslokale so was von zu aus, dass ich schließlich zähneknirschend in den sauren APPLE biss und meine Kreditkartennummer, ihr Verfallsdatum und die kleine Zahl an der Rückseite, die notwendig wurde, als die Datenbank der Kreditkartenprovider zuletzt gehackt wurde, eingab, um mir die GRATIS Apps „runter zu holen“.

Leuchtende Töchteraugen:
am Folgetag und noch einmal drei Stunden Kampf, die bereits auf das SAMSUNG Handy meiner Tochter geladene Musik zuerst auf den PC und dann via i-Tunes auf den Pod zu laden.
Details erspare ich Ihnen, nicht die Details der leuchtenden Töchteraugen sondern die Details, dass die aktuelle Samsung Software nach Donwnload von irgendwas zwischen 100 und 200 MB und mehrmaligem Abschuss des USB Modems stolz verkündete, dass sie von diesem Handy NUR die Kontaktdaten, aber schon gar nix anderes, also weder Fotos noch Musik synchronisieren konnte. Als PC Veteran besorgt man sich dann das alte Samsung PC Studio, das diesen Job auch mit dem Samsung Corby konnte und ärgerte sich nur, dass die Daten auf Win 7 nicht in die aktuelle Userbibliothek gespielt werden sondern in die Bibliothek des Administrators, obwohl das Programm unter Töchterchens User installiert wurde.
Vermutlich gibt es irgendeine INI-Datei, in der man das verändern kann, aber ……

Ende gut, Apple gut:
Eine glückliche Tochter hört nun den selben musikalischen Schrott, den sie schon am Samsung Handy gehört hat auf ihrem i-pod und spielt tagelang Spielchen, die so primitiv sind, dass sie sich auf dem Nintendo nicht gehalten hätten.
Egal, ein Familienmitglied besitzt einen i-Pod und ich werde die nächsten Monate ein Auge auf meine Kreditkartenabrechnung haben, ob Töchterchen den beständigen Aufforderungen ihres i-Pods widerstehen konnte doch das i-Store zu plündern und die Gratis-Apps endlich gegen einen kleinen Obolus auf die Vollversion upgraden zu lassen, mit der man seine Spielergebnisse auch mit Freunden tauschen könnte, … wenn, ja wenn der Papa endlich ein WLAN installieren würde, so wie es auch schon alle Nachbarn haben …

Ich höre Nashorngetrappel …
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Nash%C3%B6rner

Written by medicus58

28. Juli 2012 um 18:02

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