Sprechstunde

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Der typische Arzt ist ein Hausarzt mit Kassenverträgen und reich

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Der typische Arzt, ist Ihr Hausarzt mit Kassenpraxis: Weit daneben

Von den insgesamt rund
42.640 Ärztinnen/Ärzten und Zahnärztinnen/Zahnärzten im Jahr 2010 waren rund
19.140 (das sind nichteinmal 45%) in freier Praxis tätig.
Davon hatten rund 4.240 Allgemeinmedizinerinnen/-mediziner und rund 3.660 Fachärztinnen/Fachärzte einen Kassenvertrag.

Das heißt nur 18,5% aller Ärzte und nur 41% der in der Praxis tätigen Ärzte haben einen Kassenvertrag.
Rund 2690 oder 77 Prozent der freiberuflichen Zahnärztinnen/Zahnärzte standen in einem Vertragsverhältnis zu den Krankenkassen.

https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/DasGesundheitswesenimUeberblicktml_LN.html

Ärztliche Leistungen sind adäquat bezahlt, sonst könnte sich mein Arzt seinen Sportwagen nicht leisten.
Was ein niedergelassener Arzt für seine Leistungen verrechnen kann, ist bei den Gebietskrankenkassen von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die hier angegebenen Tarife sind die aktuellen Tarife der Wiener Gebietskrankenkasse für Allgemeinmediziner. Wahlärzten wird nur 80% dieses Tarifes erstattet:

Digitale rectale Untersuchung (5 Punkte (1 Punkt = 0,55 € )):  2, 75 EUR
http://www.aekwien.at/media/tarif_AM.pdf

Ich möchte nun gar nicht hinterfragen, wie viel Geld Sie dafür verlangen würden, um ihren Finger einem prinzipiell fremden Menschen in den Anus einzuführen, aber doch daran erinnern, dass Sie vermutlich zu Recht erwarten,

dass der Arzt immer wieder einen neuen (!) Einweghandschuh und etwas Vaseline benutzt und der ganze Vorgang auf einer stabilen Liege in einem geschlossenen und geheizten Raum (Sachaufwand !!) stattfindet bzw.

dass er gelernt hat eine Hämorrhoide von einem Rektumkarzinom bzw. die Protstata von einem Kotballen zu unterscheiden (ca. 6 Jahre Studium + ca 3. Jahre Turnus).

Schmöckern Sie ein bißchen in diesem Tarifdschungel herum und machen Sie sich Gedanken über den monitären Wert der ärztlichen Tätigkeit, zumindest aus Sicht des Hauptverbandes.
Sie werden auch erkennen, dass es durch kreative Abrechnungskombinantionen zwar möglich ist Geld zu verdienen, aber wenn Sie an die Tarife Ihres letzten Handwerkerbesuches denken, dann wird schnell klar, dass in diesem System nicht durch Klasse Geld zu verdienen ist.

Nachtrag: am Tag nach der Veröffentlichung dieses Blogeintrages erschien im Standard ein Artikel, der u.a. das hier angerissene Problem bestens illustriert: http://derstandard.at/1338558842773/Aus-der-Arztpraxis-Masse-statt-Klasse-70-Patienten-in-sechs-Stunden

Written by medicus58

10. Juni 2012 um 19:02

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