Sprechstunde

über alles was uns krank macht

21.12.2011: Florian Pilz gegen Peter Klenk

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Weitgehend unbemerkt vom Skandalgetriebe der Republik verhaken sich derzeit zwei ihrer erfolgreichsten Aufdecker in einen nur schwer verständlichen Privatkrieg.

Peter Pilz (www.peterpilz.at) Grünabgeordneter, Buchautor und politisches Enfant terrible der seit Jahrzehnten Wiener Bauskandale, Kurdenmorde und Eurofighter beleuchtet und -allein dies ist ein gewisser Beweis seiner Integrität – trotz Millionenklagen seiner Gegner in keinem relevanten Punkt der Lüge überführt bzw. verurteilt wurde, besteht auf einer parlamentarischen Untersuchung der staatsanwältlicher Handlungen in der Affäre Kampusch und spricht von 1. die Vertuschung: Wie die ÖVP-Beamten und Kabinettssekretäre nach der Selbstbefreiung von Kampusch alle Fehler vertuscht und alle Mitwisser mundtot gemacht haben; 2. die Entführung: die Vorgeschichte – wie Sonderkommissionen der Polizei von 1998 bis 2006 der Aufklärung verpfuscht haben; 3. die Abwürgung: wie die Untersuchung der Affäre „Kampusch“ von 2006 bis heute in Parlament und Justiz manipuliert und abgewürgt worden ist.

http://www.peterpilz.at/die-affaere-kampusch-1.htm?PHPSESSID=840aae48ba0b4fbcdc5208be8e24c940

Florian Klenk (www.florianklenk.com) preisüberhäufter Aufdeckungsjournalist beim Falter, studierter Jurist und u.a. Mastermind der Veröffentlichung der „Wos woar mei Leistung“ Abhörprotokolle, stellt sich vor die Staatsanwaltschaft und wirft Peter Pilz und der FPÖ vor, mit einem Untersuchungsausschuss nur ploitisches Kleingeld wechseln zu wollen.
http://www.florianklenk.com/2011/12/06/das-kampusch-komplott/

Nur der Vollständigkeit halber soll darauf hingewiesen werden, dass andere Persönlichkeiten, wie die pensionierten Höchstgerichtspräsidenten Johann Rzeszut (Oberster Gerichsthof) und Ludwig Adamovich (VfGH) seit Jahren massive Zweifel an der „offiziellen Sicht“ der Affäre äußern und sogar gerichtliche Verurteilungen auf sich nahmen.

Mein persönliches Interesse am „Fall Kampusch“ ist, da ich noch immer hoffe, dass es sich um einen extremen Einzefall handelt, nahezu Null.
Es ist aber was faul im Staate, wenn Menschen, die sich beweisbar um die rechtliche Sauberkeit der Gesellschaft bemühen, zu keiner zumindest ansatzweisen gemeinsamen Sicht der Vorgänge kommen können. OK, beim Februar 34 haben wir das in Österreich auch noch nicht geschafft, aber zumindest die Fakten werden von den meisten anerkannt.

Es entspricht meiner tiefen Überzeugnis, dass Derartiges nur durch zwei mögliche Ursachen erklärt werden kann:

1.)  Entweder ein gravierendes Mißverhältnis in die Dateneinsicht oder

2.) ein gravierender, aber Dritten gegenüber nicht bekannter, Konflikt in einem ganz anderen Bereich.

Liest man die Hompages von Pilz und Klenk, könnte man mit Klenk glauben, dass es zwischen den beiden um die unterschiedliche Einschätzung der „Tierschützer-Prozesse“ bzw. „Klenks Abhängigkeit von Informationen aus der Staatsanwaltschaft“ geht, aber das erklärt wohl kaum die Persistenz der beiden „Alten“ (Rzeszut, Adamovich).

Viel schrecklicher als die Vorstellung was Frau Kampusch angetan wurde, ist die Befürchtung, dass die versteckten Bruchlinien unseres Staates inzwischen Personen entzweien, die eigentlich auf der selben Seite stehen.
Freuen wird das nur diejenigen, die definitiv auf der anderen Seite stehen, im Satanswinkerl: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33473

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Written by medicus58

24. Februar 2012 um 18:41

4 Antworten

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  1. Peter Pilz zieht sich zurück http://orf.at/stories/2396822/2396826/

    Christine Kainz

    26. Juni 2017 at 09:07


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