Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Sicherheitsberater: Widerstand zwecklos

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Es gibt Dinge, gegen die Widerstand zwecklos ist:

Junge Hunde (bzw. Katzen) sind lieb,
Sicherheit rechtfertigt alles,
und Berater wissen alles besser.

Sinnlos sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ob die Menschheit je Pyramiden bauen hätte können, den Atlantik durchmessen oder auf dem Mond herumhüpfen hätte können, wenn sie auf ihre Berater gehört hätte.

Seit wir uns im Rahmen der arbeitsteiligen Gesellschaft Personen leisten, die – meist fernab von jeder praktischen Tätigkeit – den ganzen Tag darüber nachdenken, was passieren könnte und wie es zu verhindern wäre, hagelt auf uns eine nicht endenwollende Fülle von Empfehlungen, Leitlinien, Richtlinien und Verordnungen herab. 
Ein Gegencheck, welche Nachteile die vorgeschlagene Lösung hat, unterbleibt, da (siehe oben) es ja um etwas von allen als anerkannt Wichtiges geht, z.B. die Sicherheit.
 
Mit der aktuellen, für 2013 geplanten EU-„Nadelstich-Verordnung“ wurde erneut ein Betätigungsfeld eröffnet, um unser aller Sicherheit auf ein noch nie geahntes Niveau zu schrauben und der Industrie zu ein bißchen Gewinn zu verhelfen. Schliesslich kann man alle Mitbewerber abhängen, die für die natürlich schon patentierte Problemlösung nicht zahlen wollen.
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2009:0577:FIN:DE:PDF 

Geht uns da nicht eine Energiesparlampe auf?

Konkret: 
Es gibt in der EU über eine Million Nadelstichverletzungen mit Injektionsnadeln und damit die Gefahr einer Infektion (Hepatitis, HIV, …).
Eine neue Nadelform mit integriertem Nadelschutz soll das verhindern.

Originaltext der EU-Vorlage:
Was die Verhältnismäßigkeit betrifft, so geht der Vorschlag nicht über das für die Verwirklichung der angestrebten Ziele erforderliche Maß hinaus.

… und „gusch“ (für die deutschen Leser „Schnauze„), denn technische Lösungen exitieren ja schon:

http://salzburg.orf.at/news/stories/2521664/ 

Dass das „Plastikfähnchen“ eine sichere Punktion, gerade an unzugänglichen Stellen (Lokalanästhesie z.B. beim Zahnarzt) verschlechtert und schon allein dadurch wieder neue Gefahrenpotentiale aufgehen …

gusch (Schnauze)

Dass die meisten Nadelstichverletzungen NICHT unmittelbar während des Punktionsvorganges entstehen, sondern weil die Nadeln nicht in die ohnehin vorgeschriebenen Nadelbehälter entsorgt werden. 
(Den bizarrsten Vorfall, den ich kenne war ein Arzt, dem im Nachtdienst offenbar langweilig war und er seine Zeit damit verbrachte, aus gebrauchten Nadeln und einer Ein-Weg-Nierentasse aus Karton einen „Igel“ zu basteln.)

gusch (Schnauze)

Wir haben ein Problem gefunden, wir haben eine (von der Industrie angebotenen Lösung), jetzt wird daraus eine Gesetzesmaterie gemacht. Novellieren kann man immer noch.

Das Europ. Parlament votiert dafür (ja wenn es um die Sicherheit geht …), die Länder schreiben es in ihren Rechtsbestand, man kann es ja vielleicht noch immer etwas verwässern.

Nur wenn man schon den „Experten“ (Ärzten, Pflegepersonal, …) nicht zutraut, mit einem spitzen Gegenstand umzugehen, wie lange wollen wir es uns leisten, dass Nähnadeln von Hand zu Hand gehen, Schraubenzieher von mehreren Heimwerkern benützt werden, …. Regenschirme und Spazierstöcke noch in einer Spitze auslaufen und ohne Einschulung sowie behördlicher Genehmigung benutzt werden dürfen …

HANDLUNGSBEDARF FÜR DIE NÄCHSTE VERORDNUNG

In Europa werden so viele uneheliche Kinder geboren wie nie zuvor. Der Anteil an unehelichen Geburten hat in den 27 EU-Staaten inzwischen den Rekordwert von 37,4 Prozent erreicht – das ist mehr als doppelt so viel wie vor zwanzig Jahren.
Das geht aus dem neuen Jahrbuch der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor. 1990 erblickten nur 17,4 Prozent der Neugeborenen außerhalb einer Ehe das Licht der Welt.

 

http://www.focus.de/panorama/welt/eu-so-viele-uneheliche-kinder-wie-nie-zuvor_aid_698241.html 

Da sieht man wieder, was man mit ungeschützen spitzen Gegenständen alles anrichten kann!

Hallo, Brüssel, aufwachen!!

Link: http://www.nadelstichverletzung.de/content/home.html

2 Antworten

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  1. Die „Zehn Gebote“ überwacht von Ordnungsberatern…

    Christine Kainz

    9. April 2015 at 16:20


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