Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Maskiert unsere Menschlichkeit nur unsere Unmenschlichkeit?

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Dieser Eintrag, bezieht sich auf die schlichte Anfrage aus http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=44850 , ob ich mich denn nicht angesprochen fühlen würde, von:

Ehrenamtliche Ärzte gesucht: http://amber.diakonie.at/ Wäre das was für Sie?

NOPE, auch wenn ich nun is Satanswinkerl komme

Ich bin prinzipiell gegen „Caritas“ (= tätige Nächstenliebe, nicht prinzipiell gegen die gleichnahmige Organisation) als Ersatz für „Menschenrechte“ (=gesetzliche Absicherung für gesundheitliche, soziale, … Hilfe)

Nach KAG hat jeder (also nicht nur Ösis) beim Betreten einer öffentlichen Krankenanstalt das Recht im Akutfall behandelt zu werden. Dies kompromislos einzufordern, bringt mehr als nur die, die sich artikulieren können, mit caritativer Hilfe mundtot zu machen und am System nix zu ändern … Hat die Person Flüchtlingsstatus, dann hat die Rechnung von der Öffentlichkeit übernommen zu werden. Punkt

(OK, ich höre es förmlich: Scheissgesinnung der Linken, die Welt (als Ganzes) verändern wollen, aber dabei über die Leichen (des Individuums) zu gehen.)

Wenn dann Rechnungen für den Spitalsbesuch ausgestellt werden (was eh selten passiert, da i.d.R. für wirklich wichtige Dinge die Kosten vom Träger übernommen werden) bin ich dafür diese Rechnung zu bekämpfen: im Sinne: Erste Hilfe hat gratis zu erfolgen.
Ein Parallelsystem zur Multi-Klassen-Medizin zu schaffen, bringt auf lange Sicht nix.

Klingt extrem unmenschlich, wenn man es so schreibt und ist für mich nicht die Richtschnur im Einzelfall, aber im Prinzip meine gesellschaftspolitische Position.
Illustrierende Beispiele würden den Rahmen sprengen, (Familienangehörige mit terminalen Krebserkrankungen werden nach Österreich geholt, …) aber Humanität zu spielen, bei denen, die es geschafft haben „her zu kommen“ und nicht zu hinterfragen, was mit den (offensichtlich ökonomisch schlechter gestellten) Menschen ist, die es nicht geschafft haben ein Mehrfaches des durchschnittlichen Jahreseinkommens aufzubringen, um „zu uns“ geschleppt zu werden, ist nur in Samt gehüllte Fremdenfeindlichkeit der konservativen Art.

Natürlich bleibt das Todschlagargument, man kann am Rücken des einzelnen nicht den Krieg gegen das Unrecht der Welt austragen.

Dem ist nur entgegen zu halten, dass man durch das Wegschaffen der augenfälligen Ungerechtigkeiten der Welt ein Ghetto schafft, dass die gegenwärtigen Zustände derartig schönt, dass sie unhinterfragt bleiben und somit den Menschen, die nicht immigrieren konnten, jede Chance nimmt ihre Situation zu verbessern.

Das Unrecht ist am Ort des Geschehens zu bekämpfen und nicht durch ein Abschwächen seiner Folgen.

Mit dieser Meinung habe ich es schon als Schüler zu einem Preis bei einem Redewettbewerb gebracht und mir jede Chance für’s Finale verbaut 😉

PS: Übrigens glaube ich in meiner dzt. Stellung mehr leisten zu können, als woanders…., was auch für viele KollegInnen gilt, von denen ich weiss, dass sie sich bei ähnlichen Organisationen engagieren, …. aber ich weiß, gegen das Gute kann man nichts einwenden, auch wenn es Unrecht schafft bzw. einbetoniert.

BTW, das Photo habe ich in einem Township bei Capetown aufgenommen

und noch ein Nachtrag: http://derstandard.at/1317019497544/Anhaltezentren-Fluechtlinge-werden-erst-in-Europa-krank

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Written by medicus58

16. Februar 2012 um 18:54

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