Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Ein Bahnhof ist ein Bahnhof soll ein Bahnhof sein

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Die Eisenbahn war einst das reale Versprechen einer Reise in die Ferne. Ich verdanke ihr prägende Erlebnisse meiner Adoleszenz.

Der Interrail Pass (http://de.wikipedia.org/wiki/InterRail ) ermöglichte es mit kleinem Budget, halb Europa 
(der Rest war zu meiner Jugend hinter einem Eisernen Vorhang) 
kennen zu lernen 
(oder zumindest zu bereisen). 

OK, die Abenteurer trauten sich mit ihrem Interrail Pass auch nach Marokko, so dass die Sache nicht nur eine europäische Affäre war, aber dass die Reise am EUROPAPLATZ begann, war durchaus symbolisch (Bild).

Dort befindet sich der Westbahnhof (http://de.wikipedia.org/wiki/Wien_Westbahnhof) , ein Bahnhof, der Wien und seinen Europaplatz mit all den anderen Städten verband, die auch einen Europaplatz besitzen:

Aachen
Berlin
Braunschweig
Darmstadt
Düren
Karlsruhe
Ludwigshafen am Rhein
Mönchengladbach
München

und, OK, das muss nicht sein: 
St. Pölten und Linz.

Natürlich hatte der Bahnhof auch Geschäfte, um sich mit Reiseproviant zu versorgen und einige wenig einladenden Essensaufnahmestellen, aber prinzipiell war er ein Bahnhof, wo man Abfahren, Ankommen und Umsteigen konnte.

Was ist er heute, so wie viele andere Bahnhöfe (mir fällt da z.B. Leipzig ein): ein Shoppingcenter mit Bahnsteig.

Und was ist der Europaplatz?

EINEM  PP  L DES EUROPA
RATES FOLGEND UND ALS
BEKENNTNIS ZUR IDEE DER
EINHEIT EUROPAS G BT DIE
BUNDESHAUPTSTADT WIEN
DIESEM PLATZ DEN NAMEN
EUROPAPL TZ  21.6.1958

Beides, der Westbahnhof und der Europlatz wurden in den letzten Jahrzehnten mehrfach renoviert (http://westbahnhof.w-s-o.net/projekt-westbahnhof-2011.html), damit ich jetzt auch dort Fastfood bekomme und 7 Tage die Woche in einem abgespeckten Einrichtungshaus eine Blumenvase für die Reise kaufen …
oder mich zwischen ÖBB und Westbahn (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=48959 ) entscheiden kann, 
sollte ich im Shoppingparadies den Bahnsteig finden.

Panta rhei (http://de.wikipedia.org/wiki/Panta_rhei) Alles fließt, nur fahren wir bald nix mehr, und den Gedenkstein wird auch keiner mehr lesen können, heute im NEUEN EUROPA.
 

Ist es wirklich schon zu viel verlangt, dass etwas seiner Grundbestimmung entsprechen soll und nichts anderem?
Muss ich am Bahnhof einkaufen, am Postamt meine CDs kaufen und beim Billa meine nächste Reise buchen?

OK, ich halte schon meinen Mund, ich meinte ja nur ….

Written by medicus58

15. Februar 2012 um 10:08

7 Antworten

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  1. Schade, dass unsere Kommentare von „meinblog“ hier noch nicht Eingang gefunden haben. Vielleicht ergibt es sich ja einmal.
    Jedenfalls scheint sich um Inschriften nie jemand zu kümmern, denn: Unlängst führte mich mein Weg durch den „Bruno Kreisky Park“ in Wien-Margareten. Bei der dortigen Kreisky-Büste ist die Inschrift überhaupt nicht mehr zu lesen. Da musste ich natürlich … 🙂

    Folgende rasche Antwort erreichte mich:
    Guten Morgen Frau Kainz!
    Meine Kollegen von der Gebietsbetreuung 5/12 informierten Bezirksvorsteherin Mag.a Schaefer-Wiery über Ihre – die Büste von Bruno-Kreisky betreffende – Nachricht.
    Vielen Dank für die Übermittlung Ihrer Wahrnehmung.
    Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich soeben die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) ersucht habe, die Inschrift sanieren zu lassen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ing. Thomas Stähler
    Büroleiter
    Büro der Bezirksvorsteherin für Margareten

    Christine Kainz

    29. April 2016 at 08:38

    • Hihi

      medicus58

      29. April 2016 at 21:14

      • Ja, ja, Sie haben leicht lachen. WEGEN IHNEN ist ja sogar der Gedenkstein beim Westbahnhof instand gesetzt worden. 😉

        Christine Kainz

        29. April 2016 at 21:57

      • Und jetut schon wieder devastiert, Dauerhaftes haben eir leider nicht erreicht.

        medicus58

        29. April 2016 at 22:21

      • Oje! Das finde ich sehr sehr schade! 😦

        Christine Kainz

        29. April 2016 at 22:37

  2. Schreiben der Bezirksvorstehung Margareten:

    Guten Morgen Frau Kainz!
    Wie von mir versprochen, habe ich mit der Kulturabteilung der Stadt Wien Kontakt aufgenommen. Aus deren Rückmeldung darf ich kurz zitieren:

    „Die Inschrift am Denkmal „Bruno Kreisky“ wurde seitens der Errichter leider in dieser schwer lesbaren Form angebracht (siehe Foto kurz danach).
    Die Kulturabteilung hat die Tafel bereits im Vorjahr gereinigt.
    Die schwere Lesbarkeit liegt aber nicht an einer Verschmutzung, sondern an der ursprünglichen Material- und Gravur-Auswahl. „
    Das Foto der Büste, kurz nach der Fertigstellung aufgenommen, habe ich Ihnen ebenso mitgeschickt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ing. Thomas Stähler
    Büroleiter
    Büro der Bezirksvorsteherin für Margareten

    Christine Kainz

    3. Mai 2016 at 12:28


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