Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Drachengasse

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Wien hat ja so einige verwunschene Orte, aber einer meiner persönlichen Favoriten ist die Drachengasse. Mir geht es weniger um die basilisk-ische Vorstellung eines feuerspeienden Ungeheuers gleich neben dem BAWAB Penthause, sondern um zwei Institutionen, denen ich einige meiner schönsten Momente verdanke. 
 

Zum einen ist das das Theater in der Drachengasse. 
http://www.drachengasse.at/
Ursprünglich von Emmy Werner 1981 als spin off der Frauenbewegung gegrüpndet, ist es nicht eine „feministische Selbstbefriedigung“ sondern eine der unkompliziertesten, erfreulichsten und künstlerischten Theaterwerkstätten geworden, die ich in Wien kenne. (Das gute Graumann-Theater am anderen Ende der Innenstadt gibt es ja leider nimmer.)  In der später eröffneten kleinen Bar&Co findet man zwar keine Innenstadtbar im eigentlich Sinn, sondern große Kleinkunst.

Wie immer („You don’t know what you’ve got until you loose it“, John Lennon) erinnert man sich seiner Herrgottswinkerln erst dann, wenn sie in Gefahr sind.

In Gefahr ist die andere Spielstätte, die für mich die Drachengasse zu meiner persönlichen Kulturoase gemacht hat: Die Kammeroper.
www.kammeroper.at 
Als Wiener Kammeroper 1953 von Hans Gabor (1924–1994) gegründet und seit 1961 im Ballsaal des Hotel Post am Fleischmarkt untergekommen huldigt man hier auf den ersten Blick nahezu unvereinbaren Schienen des Musiktheaters. Opern aus dem Barock und der Neuzeit, sowie all das an Musical, was sich ein Peter Weck und die Vereinten Bühnen nie zu träumen gewagt haben. Ich habe hier eine bessere Interpretation von Stephen Sondheims Company gesehen, als es das Londoner West End zusammen gebracht hat. Wie nebenan im Theater, „die kleine Form ganz groß“.
Nachdem der Bund trotz Petition seine Subventionen endgültig gestrichen hat
http://www.openpetition.de/petition/online/wiener-kammeroper
, ist die weitere Zukunft des Hauses, das nun nur mehr von der Stadt Wien gefördert wird unsicher; zumindest gibt es bis heute keinen Spielplan.

Somit passte das Silvesterprogramm in der Bar&Co heuer ganz gut zur Gesamtsituation: 

APOKALYPSEN UND SO
http://www.drachengasse.at/upload/presse/Datei_371_280.pdf

Otto Brusatti und vor allem dem grandiosen „Knöpferlharmonika-Virtuosen“ HELMUT STIPPICH sei Dank.

Möge der Drachen all diejenigen „verspeien“, die mir mein Refugium kaput-sparen möchten!

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Written by medicus58

15. Februar 2012 um 11:35

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