Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Was an der Esoterik so nervt …

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Ich besuchte heute die wirklich sehenswerte  Amethystwelt in Maissau.
http://www.amethystwelt.at/

„Der Amethyst ist ein mystischer Edelstein, dem durch sein unverwechselbares Violett und seine geheimnisvolle Geschichte ganz besondere Bedeutung zukommt.“

Auch für einen expliziten Nicht-Geologen ist die Ausstellung nett und die Darstellung der „Amethystenader“ im freigelegten Fels beeindruckend.

Die Gärten um das Museum sind liebevoll angelegt, anregend (frische Erdbeeren im Naschgarten) und entspannend (Amethystgarten).

„Noch vor dem Betreten der Amethyst Welt befindet sich beim Eingang ein definierter kleiner Kraftplatz. Ein gegen den Uhrzeigersinn angelegter Kiesweg führt zum Stein in der Mitte, der genau auf einem Energiepunkt liegt; hier kann man der schnelllebigen Zeit entgegen treten. Diese Energie kann man nicht nur spüren, sondern auch sehen. Eine uralte, knorrige Weide hat hier seit vielen Jahren ihren ruhigen Standort.“

Ich setzte mich nieder und hätte mich mit einem einfachen „schön ist’s“ durchaus begnügt, jedoch durfte ich lesen:

„Die Eiche steht im Zentrum von vier Energielinien mit unterschiedlicher Qualität, die an den Rändern mit Steinen der Region begrenzt sind. Damit kann die Energie im Inneren des Kreises gehalten werden. Die erste Linie gibt Kraft und stärkt das Selbstbewusstsein. Die zweite Linie fördert mit ihrer Unruhe die Kreativität und bring neue Ideen. Die dritte Linie erdet und bringt Stabilität sowie Ruhe, hier kann man die innere Mitte finden. Die vierte Linie bewirkt absolute Schwerelosigkeit.“

Und irgendwie wurde mir plötzlich klar, was mir an diesem
esoterisch-pseudotiefsinnig-vulgärphilosophisch-banal-religiösen Geschwafel so am Wecker geht ….

Sie bestärkt ihre „Gefolgsleute“ noch in ihrem Unvermögen die Dinge direkt zu empfinden.
Nicht der Anblick eines schönen Gartens genügt für eine Empfindung, den „Empfindungslosen“ muss man diesen Anblick noch „aufwerten“.


Vor Jahren konnte sich Umberto Eco in seiner Schriftensammlung „Wie man mit einem Lachs verreist“ noch über die blöden Amis lustig machen können, dass sie die Kopie von Da Vinci’s Abendmahl in einer Ausstellung dadurch aufzuwerten suchten, indem sie darauf hinwiesen, dass es „größer als das Original“ wäre

…. wir können uns heute nichteinmal einem Baum nähern, ohne dass das „Chi“ plätschert und sich die „Kraftlinien“ der „Chakren“ verheddern …..

Written by medicus58

11. Juni 2011 um 21:48

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