Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Am Samstag vorm Burgtor am Michaelerplatz : Am Stadtfest geht’s

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Die Regenwolken des Nachmittags haben sich verzogen, ebenso wie fast alle der Extremschrammeln.

Der letzte Programmpunkt war Dobrek Bistro (http://www.dobrek-bistro.com/ ), wie immer multi-kulti, diesmal in der Polnisch-Judäo-Arabo-Brasiliano-Hernalserischen Besetzung mit Krzysztof Dobrek, Aliosha Biz , Marwan Abado, Alegre Corrêa, Roland Neuwirth. … ein Genuss.

http://www.youtube.com/watch?v=yB70li0DiNs&feature=player_embedded#at=23

Die Gruppe um die Kristallisationskerne Dobrek und Biz sieht sich als lebendes Beispiel einer Grenzen überwindenden und Gemeinsamkeit findenden Musikalität, und das is gut so.

Biz erzählte, dass sein kleiner Sohn ihn kürzlich nach dem Verlassen des eigenen Grätzles am Donaukanal mitten im 22 Bezirk gefragt hat, ob denn das jetzt auch Wien wäre – und auf die positive Auskunft nur antwortete: 
„Das ist aber ein anderes Wien!“ 
Da kam Freude auf, ob der Pluralität der Stadt.

Biz, der Jude aus Moskau setzte noch einen drauf und stellte Abado, den Araber aus dem Libanon als seinen Cousin vor, schliesslich hätten sie ja mit Abraham den gleichen Stammvater.
Da kam wieder Freude auf.

Und ja, beim Neuwirth Roland war ja schon immer alles drinn, vom Wiener G’stanzl bis zum Flamenco, vom Tango bis zum Schtetl.

Also alles happy, wenn da nicht die Realität wäre. 

Die Realität, dass der Jud’ den Abraham braucht, um den Araber als Familienmitglied zu sehen. …
wir alle hier die Musik brauchten, um was Verbindenden zu haben. 

Ohne dem geht’s net.
Mir san mir und des is net gnua, wir brauch’n de Musi dazua.
S’geht eh …

Doch auch wenn wir das Spanferkel schächten oder statt des GrüVe Pfefferminztee servieren, tun wir uns mit der gemeinsamen Party schwer.

Ich denke da an Bombay, vor dessen Multikulti Wien ziemlich krähwinklerisch wirkt. Ziemlich unlösbar das Hamburger Problem dort, zwischen Jain, Hindus, Muslimen, Juden, Parsen, ….!

Fazit? 
Ein super Abend, super Musik, alle waren sich einig, auch bei Neuwirths neuem Text gegen Ausländerfeindlichkeit, aber das sagt noch nicht viel. 
Es ist nicht einmal ein guter Anfang, denn zwischen den Anwesenden auf der Bühne und am Platz hätte es ohnehin keine „Bresln geben“.

Und ob denen draußen im 22., oder 10. die Musik als Identitätsstifter reicht?

Written by medicus58

30. Mai 2011 um 07:29

Veröffentlicht in Allgemein

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