Sprechstunde

über alles was uns krank macht

LÜGEN

with one comment



Herr Bundesminister Stöger
sagte heute im Parlament, dass das österreichische Gesundheitssystem im Gegensatz zun anderen Ländern ohne Leistungseinschränkungen auskommt. Gleiches hören wir von allen Seiten von den Gesundheitspolitikern (für Wien: Häupl, Wehsely, Marhold, …). Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der oder die Empfänger sie trotzdem glauben. http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCge  Alle im Gesundheitssystem Arbeitenden wissen: Eine zunehmende Zahl an medizinischen Leistungen (Rö-Untersuchungen, Herzschrittmacher, …) ist gedeckelt, d.h. die verschreibenden bzw. behandelnden Ärzte müssen mit einem vorgeschriebenen Kontingent auskommen. Viele Kassenverträge sind ebenfalls gedeckelt, d.h. für Kranke, die der Arzt zusätzlich behandelt, bekommt er nichts. Wen wundert es, dass eine Politk der Warteschlange praktiziert wird. Der Druck auf Kassenvertragsärzte ist so hoch, dass sie medizinisch indizierte, aber teure Diagnostik oder Therapie nur zögerlich verschreiben. Zugelassene, indizierte Therapeutika bzw. leitliniengemäße Diagnostik werden unter fadenscheinigen Argumentationen zwischen Niedergelassenen und Spitälern hin und her geschoben, weil das eigene Budget geschont werden muss. Das LKF System (http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsorientierte_Krankenanstaltenfinanzierung ) kennt keine qualitätsgesicherte Diagnostik, d.h. ein Spital bekommt für die Diagnose „Lungenembolie“ genau soviel Geld, wenn es die Diagnose mit geeigneten Labor-, Röntgen- und nuklearmedizinischen Testen beweist, wie wenn es der diensthabende Arzt einfach nur mit dem Stethoskop festgestellt haben will … Es zirkulieren, ausgehend von den Ordensspitälern (!) Optimierungsprogramme, in welcher Reihenfolge Diagnosen im LKF System anzugeben sind, um die maximale Punktezahl und somit Refundierung zu bekommen. Mit der medizinischen Wichtigkeit der Einzeldiagnosen hat das nichts zu tun. In NÖ wird eine Spitalsinstitut ersatzlos geschlossen, weil dort überwiegend ambulante Patienten untersucht werden und dafür der Spitalserhalter nicht aufkommen will. Warum wissen das die Patienten nicht, weil natürlich allen im System ein Maulkorb umgehängt wurde. Wenn es die Patienten einmal spitz kriegen, dass sie belogen wurden, dann wundern wir uns wieder wieviele Stimmen populistische Parteien abbekommen…..

Written by medicus58

4. März 2011 um 11:35

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. Ah ja. Und wenn man dann wegen Rückenschmerzen samstags ins AKH geht (weil kein Facharzt offen hat), die vollen 4 Std. warten muss, und dann – ohne untersucht zu werden – nach 2 min wieder mit drei Medikamenten herauskommt, von denen zwei wirkungslos sind, kriegt das Spital genauso viel Geld wie mit umfangreicher Diagnostik, die dem Patienten eine längere Odyssee von Arzt zu Arzt erspart hätte?

    Forscher

    9. September 2014 at 13:03


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: