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Alter Wein in Englischen Schläuchen: AGB der Gesundheitsreform müssen her

Liest man die aktuelle Österreichishe Ärztezeitung (http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2013/oeaez-9-10052013/tag-der-allgemeinmedizin-hausarzt-primary-health-care.html; das präsidiale Vorwort ist leider nicht online), dann gewinnt man den Eindruck, dass es der Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) durch ihren vorjährigen Kampf gegen ELGA, die Gesundheitsreform, gegen die Beschneidung ihres bisherigen Verhandlungsmandates, … und was-weiss-ich-noch-alles gelungen ist, ihr langjähriges Kernthema durchzusetzen:
Mehr Praktiker!
Nur wird der „praktische Arzt“ praktischerweise bald „Facharzt für Allgemeinmedizin“ heißen, damit das weniger nach Hilfsarbeiter und mehr nach Facharbeiter klingt.
Das alte „Hausarztsystem“ wird nun, 35 Jahre nachdem die WHO das so definierte plötzlich zu „PHC“ (Primary Health Care)
Essential health care; based on practical, scientifically sound, and socially acceptable method and technology; universally accessible to all in the community through their full participation; at an affordable cost; and geared toward self-reliance and self-determination (WHO & UNICEF, 1978)
Früher sagten wir halt nach den Regeln der ärztlichen Kunst, weil es ja Ärzten ohnehin stets verboten war etwas zu tun, wovon sich das Fach einig war, dass es schadet.
“Primum nihil nocere“ http://de.wikipedia.org/wiki/Primum_non_nocere
Nun heißt das EBM (Evidence Based Medicine), damit für nichts mehr bezahlt werden muss, für dass nicht eine wissenschaftliche Studie vorgelegt werden kann, die sich aber ohnehin nur mehr die finanzstärksten Player in diesem System leisten können: (Wenn Sie nun an die Neonicotinoid Studie zum Bienensterben denken, die von einer ehemals staatlichen, nun ausgelagerten Einrichtung (AGES) durchgeführt wurde und von den Pestizidherstellern finanziert wurde, …
dann haben Sie verstanden was ich meine)
Auch das Konzept des „Point-of-Best-Care“, also der durchaus sinnvolle Wunsch den Patienten dort „zu halten“, wo er am kostengünstigsten gesund wird, hat den Wählern schon viele Gesundheitsreformen, der Politik viele Wähler und so manchem Akademiker einen gut dotierten Studienauftrag beschert, scheiterte aber im Alltag an der Zugänglichkeit zu den definierten Punkten. Ist die Ordination zu, oder der nächste Termin in 2 Monaten, dann geht man dorthin wo die Türe offen ist, also je nach persönlicher Barschaft in die Spitalsambulanz oder „privat“ zum Arzt.
Selbst das, in der öffentlichen Diskussion noch gar nicht realisierte, jedoch in der aktuellen Gesundheitsreform angestrebte „Managed Care System“
(http://de.wikipedia.org/wiki/Managed_care), also die zeitlich eingeschränkte freie Arztwahl und das teilweise Verbot ohne Überweisung einen Facharzt oder Spitalsambulanz aufzusuchen, ist eigentlich nur „der alte Wein“ des Kranken- und Überweisungsscheins in stärker kontrollierter und verrechtlichter Form.
Dass gerade dieses Systems erst im Vorjahr in der Schweiz abgelehnt wurde, wissen Leser dieses Blogs (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=69729).
Was will ich mit all dem eigentlich sagen?
Nach einigen Jahren geht es einem unheimlich auf den Geist, wenn einem von immer neuen Expertengenerationen der alte Wein als Heuriger aufgetischt wird.
Das heißt nicht, dass nicht manche der Konzepte etwas für sich hätten, schließlich verfolgen wir sie unter anderem Namen schon seit Jahrzehnten, aber solange wir Etikettenschwindel betreiben und geringe Modifikationen mit englischen Kürzeln zu einer neuen Heilslehre hoch peppen, ohne anzusprechen, weshalb sie in ihrer ursprünglichen Bezeichnung nicht funktioniert haben, stellen sie sich mir nur als Einkommensquelle eloquenter Gesundheitsökonomen dar.
Aus Sicht eines Patienten, die ich für meine Person bisher weitgehend minimieren konnte, halte ich das alles für eine fiese Vernebelungstaktik. Kehren wir wieder zum Bild des Weines zurück , konnte der Etikettenschwindel mancher Winzer – nach dem großen Österr. Weinskandal der 80er Jahre (https://de.wikipedia.org/wiki/Glykolwein-Skandal) nur durch mehr Transparenz begegnen werden, mit anderen Worten mit einer transparenten Produktdeklaration. Kaufe ich heute ein Fläschchen, weiß ich genau WER, WANN, WAS hineingetan hat.
Wenn ich diesen Kauf beim Wirt tätige, dann ist der verpflichtet bereits an der Haustüre gut leserlich anzuschlagen, welche Leistungen und Preise mich drinnen erwarten. In der Edel-Gastronomie erfahre ich sogar den Stammbaum meines Brathendls (http://de.wikipedia.org/wiki/Sulmtaler).
Das wünsche ich mir auch für die Gesundheitsreform;
für uns Ärzte aber auch für unsere Patienten:
Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Gesundheitssystems:
Angebotene und NICHT angebotenen Leistungen,
Einzelpreise (rectale Untersuchung 2,75 €; http://wp.me/p1kfuX-jY)
Welcher Grad an Managed Care wird vereinbart?
Welcher Grad an Solidarität wird vereinbart: Wie oft kann Ihr Arzt noch ein EKG abrechnen, darf Ihr Spital im letzten Quartal noch eine Hüfte oder einen Schrittmacher einbauen?
Haben Sie das Recht ein Medikament weiter zu erhalten, wenn sich die Versicherungen mitr dem Hersteller nicht über einen Preis einigen können.
Was ist in dem Spital noch drinnen, wenn es „Reduzierte Organisationsformen“ enthält?
Bekommt die Chirurgie, die Ihr Rektumkarzinom entfernen darf, auch für die Entfernung der Lebermetastase eine Refundierung oder müssen Sie zum Zweiteingriff ins „Leberzentrum“?
All das, diese Speisekarte müsste verpflichten am Eingang der „Gesundheitsdienstleister“ und „-versicherer“ angeschlagen werden.
Natürlich werden die wenigsten das lesen, aber wenn wir schon den Propheten des „Gesundheitsmarktes“ folgen, dann sollten wir auch diese Grundvoraussetzungen eines fairen Marktes einfordern:
Gleiche Information für alle Marktteilnehmer!
Links:
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte: http://wp.me/p1kfuX-Br
Die Potemkinschen Spitäler: http://wp.me/p1kfuX-n8
Kann mir das irgendwer erklären: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78930
Ärzteprotest: Why now? http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82356
ELGA kommt endlich: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78930
Ein paar Kratzer für den Hausarzt und Winter im Gasteinertal: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74865
Pressestunde: Salon ELGA http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47125
Na, was nun? Nennt mich Linsenzähler, aber …
Man möge mich nicht falsch verstehen und mir nationalistisches Gedankengut am Teller zu unterstellen, aber eigentlich sollte die Herkunftsbezeichnung der Vorderseite nicht in diametralem Gegensatz zur Hinterseite stehen.
Solange Uncle Frank (Stronach) unser kleines Österreich noch nicht gekauft hat, können 100%-ig österreichische Linsen NICHT aus Kanada stammen, nicht?
Linsen: Die was zu 100% aus Österreich sind
Ursprungsland: Kanada- Ziemlich weit weg vom Ursprung …
Warum ich mich über das Fest der Freude weniger freuen kann (Ein Bericht in SW)
„Beethoven statt Burschenschafter am 8. Mai“ titelte die Wiener Zeitung (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/544974_Beethoven-statt-Burschenschafter-am-8.-Mai.html) am Tag danach.
Auch wenn z.B.auf http://www.jetztzeichensetzen.at/?page_id=379 bereits im Vorjahr vom 8. 5. als „Tag der Befreiung“ gesprochen wurde und heuer schon im Vorfeld dazu aufgefordert wurde, sich „den Tag frei zu nehmen“, schien mir die Veranstaltung, die nun den Aufmarsch der gedenkwilligen Burschenschaftler verdrängte, doch ziemlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorbereitet worden zu sein.
Warum wohl?
Wem da gedacht wird, also Soldat oder Nazi, Jude oder Rom, ziviles Bombenopfer oder Burschenschafter, ist ja offenbar für die jeweilige andere Gruppe nicht so klar, nur tot muss er halt sein, der dem gedacht wird und sich daher nicht mehr wehren können.
Warum freue ich mich nicht?
Ich kann mich nicht darüber freuen, wenn ein Land 68 Jahre benötigt, um draufzukommen, dass es befreit wurde:
Hätten wir uns 1938 wirklich mehrheitlich als Opfer gefühlt und nicht nur bedauert, dass die hausgemachte faschistische Minidiktatur von außen „unfreundlich übernommen“ wurde, dann wäre unsere Leitung nicht so lange gewesen.
Hätten wir uns in dem Angriffkrieg, den das Deutsche Reich 1939 lostrat als Mittäter gefühlt, hätten wir nach 1945 die 10 Jahre Besatzung durch die Alliierten als gerechtfertigte Strafe auffassen können.
So haben wir aber erst den Abzug der Alliierten, den wir 1955 in erster Linie den Strategen des Kalten Krieges und weder der Anerkennung unseres Opferstatus noch unser demokratischen Läuterung zu verdanken hatten, als großen Tag der Befreiung hochstilisiert.
Dadurch entstand das Vakuum, in das umstrittene „Totengedenken“ der „Burschenschafter“ stieß, von dem ja auch noch zu klären ist, weshalb das „offizielle Österreich“ nicht früher eingeschritten ist, wenn ohnehin klar war, dass hier das Ende des III.Reiches betrauert wurde, bzw. dessen „Verdrängung durch Beethoven“ nun hinterfragt werden sollte, wenn die Motive der lustig gekleideten Herren so lauter waren, wie sie behaupten.
Ich kann mich nicht freuen, weil mit dem jetzigen „Fest der Freude“ keine der bestehenden Unschärfen im geschichtlichen Selbstbild Österreichs beseitigt und nur noch einige hinzugefügt wurden.
Wir erleben eher einen Kampf um die Deutungshoheit als eine Deutung.
Dazu passt auch, dass Begriffe wie „Hitler-Deutschland“, die suggerieren, dass alles zwischen 1933 und 1935 die „Fehlleistung“ eines gescheiterten oberösterreichischen Kleinbürgers war, sich offenbar unausrottbar in unseren Sprachgebrauch eingenistet haben: (http://www.google.com/news/story?pz=1&cf=all&ned=de_at&hl=de&q=Hitlerdeutschland&ncl=dLnXtFVsg6SBx4MfetRdgoUnNG62M&cf=all&scoring=d)
Wenn wir uns nicht einmal noch wirklich geeinigt haben, wie wir das damalige Regime nennen sollen, scheinen wir noch meilenweit von eine mehrheitsfähigen Einschätzung unserer Rolle entfernt. Wir werden auf dem jetzigen Standpunkt wohl auch noch weiterhin verweilen, wenn wir – vor lauter Angst aus der Deckung zu kommen, nicht endlich den Mut aufbringen
von einem unrealistischen Schwarz-Weiss (SW) Denken in die Grautöne der Wirklichkeit aufzubrechen.
Opfer werden zu Tätern
Täter werden zu Opfern
Die, die nichts tun, gehören dazu …
Ich bin hier aber sehr pessimistisch, was ein kleiner Standortwechsel zeigt:

Im Freiluftmuseum Niedersulz (http://www.museumsdorf.at/de/default.asp)
findet sich im Rahmen einer Ausstellung, in der die Vertreibung der südmährischen „Deutschen“ thematisiert wird ein Gedenkstein, der abfeiert, dass „Am Pfingstmontag 1983
IHRE MAJESTÄT, KAISERIN ZITA VON ÖSTERREICH“
eine Linde gepflanzt hat.
Das Adelsaufhebungsgesetz 1919 (http://de.wikipedia.org/wiki/Adelsaufhebungsgesetz) wurde auch bei der Bestattung Zitas von Bourbon-Parma 6 Jahre später mehrfach, jedoch straflos, missachtet, was beweist, dass unser Land selbst zu politischen Ereignissen, die fast 100 Jahre vergangen sind, keinen Zugang findet.
Selbstverständlich wäre es im besten Sinn des Wortes „kakanisch“, wenn nun die zuständige Bezirkshauptmannschaft Bundesgesetz 50/1948 die Verwaltungsstrafe von 4000 Schilling verhängen würde, aber die Angelegenheit zeigt uns auch grell die Probleme auf, die entstehen, wenn wir glauben, durch das Dickicht unserer Vergangenheit im Bedarfsfall durch eine Rettungsgasse durchflitzen zu können.
Ein „Haus der Geschichte“ hätten wir wirklich notwendig. Wir werden es kaum schaffen einen akkordierten Text zu den letzten 100 Jahren unserer Geschichte zu verfassen, aber wir können es ja so wie im Dallas Book Depository (http://www.jfk.org/) machen, wo an nebeneinander stehenden Wänden alle Theorien um Kennedys Ermordung affichiert sind.
Zumindest der Einzelne kann daraus für sich eine Synthese ziehen, jedenfalls aber nicht mehr sagen, dass er davon nichts gewusst hat.
Das wäre ein Fest der Freude.
PS: Persönlich ziehe ich selbstverständlich Beethoven am Heldenplatz vielen anderen Aktivitäten uniformierter Männer vor, nur war das nicht das Thema …
Gesundheit ist Pflicht
Wir wollen nun nicht der WHO Definition folgen,
die “Gesundheit” als eh alles, also körperliches, seelisches, soziales und was-weis-ich-noch-alles Wohlbefinden definiert
(Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.)
sondern einmal überlegen, wie sehr wir heute wieder Dr. med. Wilhelm Diwok folgen, der in seinem Buch “Gesundheit ist Pflicht – Ein Wegweiser für gesunde Lebensgestaltung“ das Gesunderhalten des eigenen Körpers bereits 1940 zur idividuellen Pflicht erklärt hat.
Erstmals hörte ich den Begriff aus dem Munde des Herrn Karl (http://www.liesing.at/8e/herrkarl.htm).
Natürlich macht es Sinn, sich so zu verhalten, dass man seinen Körper durch adäquate Behandlung so weit “gebrauchsfähig” hält, dass einem das “Weiterleben” selbst nicht allzu beschwerlich fällt, jedoch steckte in diesem Konzept damals, in den unseeligen “1000 Jahren”, noch etwas ganz anderes:
Dies wurde in der deutschen Ärztezeitung 1996 (http://www.aerzteblatt.de/archiv/3607/Der-Arzt-im-Nationalsozialismus-Der-Weg-zum-Nuernberger-Aerzteprozess-und-die-Folgerungen-daraus) aufden Punkt gebracht:
Der Arzt als Werkzeug des Staates
“Gesundheit ist Pflicht!” Dies stand im Einklang mit dem von der Gesundheitsführung verlangten Leistungsfanatismus, war jedoch ein Verrat an dem ärztlichen Grundwert “salus aegroti suprema lex”. Das System wurde während des Krieges mit Hilfe der Vertrauensärzte, der Betriebsärzte und der Aufhebung der freien Arztwahl für Werktätige in rüstungswichtigen Betrieben perfektioniert. Dem Arzt als “Gesundheitsführer” oblag die Überprüfung der Leistungsfähigkeit und der “biologischen Tauglichkeit“, die Leistungssteigerung durch Gesundheitsaufklärung und Ansporn zur sportlichen Leibeserziehung, aber auch die Einsparung von Krankengeldern und Renten durch möglichst langen Einsatz von leistungseingeschränkten Kranken in entsprechenden Verwendungen.
Und wer steht heute hinter den medialen und rechlichen Gesundheits- und Screeningkampagnen? Es sind dies nur selten humanistisch bewegte oder gar ärztliche Kreise, es sind meist wieder wirtschaftliche Erwägungen.
Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialversicherungsanstalt_der_gewerblichen_Wirtschaft ) war dann auch die erste Gruppierung, die seit Jänner 2012 mit dem Vorsorgeprogramm „Selbständig Gesund“ das Erreichen von Gesundheitszielen nit der Reduktion von Selbstbehalten belohnt.
Nochmals, natürlich macht es auch aus ärztlicher Sicht Sinn, uns alle zu einem Verhalten zu motivieren, dass unser Leben weniger beschwerlich macht und uns bis ins hohe Alter selbstständig leben läßt.
Wenn sich das aber in eine Gesundheitsdiktatur entwickelt, die abweichendes Verhalten bestraft und die allfällig erzielbare Gesundheitssteigerung nur zur Gewinnmaximierung im Produktionsprozess einsetzt, dann sollte den Anfängen gewehrt werden.
Alkohol-, Nikotinmißbrauch, Übergewicht, fehlende körperliche Fitness, ..etc. stellen selbstverständlich kein medizinisch wünschenswertesVerhalten dar;
dass in vielen Fällen dieses Verhalten aber nur eine Ventilfunktion gegen gesellschaftliche Mißstände (z.B.: Druck am Arbeitsplatz) darstellt wird in dieser Diskussion ausgeblendet.
Dabei hat sicher auch geholfen, dass die Universitätsklinik für Arbeitsmedizin in Wien sang- und klanglos abgeschafft wurde.
Ein möglichst hoher Grad an individueller Gesundheit ist anzustreben, jedoch nicht primär um ein Maximum an ökonomischer Ausbeutbarkeit zu ermöglichen sondern primär für ein Maximum an individuellem Wohlbefinden.
Gesundheit sollte somit ein Wunsch und keine Pflicht sein.
Bildnachweis: http://www.booklooker.de/B%FCcher/Dr-med-Wilhelm-Diwok+Gesundheit-ist-Pflicht/id/A019bElA01ZZd
Hitler, Haider, Stronach uva
Hitler, Haider, Stronach normalerweise kommen die Schlüsselworte (keywords) irgendwo am Ende eines Beitrages, heute wollen wir das mal ändern.
Die Genannten, so wie auch viele anderen in der an bunten Vögeln reichen politischen Geschichte unseres Landes, sprachen/sprechen sich gegen den Berufspolitiker aus und ernten- nicht ganz unverständlich im Lande der überwiegend kontinuierlich verlaufenden politischen Karrieren (Land der Sekretäre http://www.amazon.de/Republik-Sekret%C3%A4re-Seilschaften-Machthaber-%C3%96sterreich/dp/390043655X) – Zuspruch des Mannes von der Strasse.
Alle drei und viele andere sprachen/sprechen sich gegen die aus, die in ihrem ganzen Leben “nichts anderes gemacht hat als hauptberuflich Politik zu machen” und setzten dem den Quereinsteiger entgegen, der sich “zuerst in wirklichen Leben bewährt hat”.
Der gerade aktuelle (bunte) Vogel, der auch gern vom ORF zur Quotensteigerung, Marke “Haut den Frank“, das Mikrofon geeicht wird, hat gestern in der ZIB2 auch wieder gegen den Berufspolitiker wettern dürfen. http://www.heute.at/news/politik/art23660,866948,2
Keine Frage, auch mir geht der ÖVPSPÖ Appratschik ebenso auf den Geist wie der Birkenstock-Empörte, hauptberufliche Gut-Mensch und Dauerempörte. Nur stellt sich doch die Frage, ob es gesellschaftlich relevante Berufe gibt (geben kann), für die man so gar keine Ausbildung benötigt.
Ja, wir Ärzte erleben es jeden Tag, dass Autorität von ”Mr. Gesundheit“
(http://de.wikipedia.org/wiki/Hademar_Bankhofer_(Autor)) in Gesundheitsfragen 20 Doppelblindstudien ersetzt und der Wirkungsnachweis der “kleinen rosa Pillen” bei der Nachbarin zum sofortigen Krankenscheinentzug führt, wenn diese nicht verordnet wird …
Auch ich diletiere auf so manchem Gebiet hier, für das ich KEINE Lehrbefugnis habe, aber ich mache dies meist mit einer Fülle an Referenz-Links, um meine Privatmeinung in den allgemeinen (oder auch nur speziellen) Konsens einzubetten.
Worauf ich viel eher hinaus will, ist die gefährliche Negation, dass man vor einer öffentlichen Meinungsäußerung, zumindest ansatzweise sein Geschäft gelernt haben sollte.
Konkret: Auch der Beruf eines Politikers sollte doch gelernt werden.
Uncle Frank mag einwenden, dass er ja auch nicht gelernt hat Milliardär zu werden und es trotzdem wurde (vielleicht auch weil viele Politiker, die er bezahlt hat ihren Job eben nicht gelernt haben; Milliardär eben.
Keine Frage, es lernen in allen Professionen, selbstverständlich auch in der Politik, viele Naturtalente umher, aber wenigen würde es einfallen sich unter das Messer eines Autodidakten zu legen oder in das Flugzeug eines PC-geschulten Hobbypiloten zu setzen …
Könnten wir im Zeitalter der Selbstdarsteller, Instant-Genies und Marktschreier wieder einmal darauf Rücksicht nehmen, das hinter all dem Blendwerk, der Rhetorik , der NLP, der werbewirksamen Kurzantworten und sonstiger PR auch etwas Handwerk stehen sollte, wenn wir uns darauf verlassen müssen?
Was kann die Rettungsgasse noch retten?
Seit ihrer Einführung wird geklagt, dass die Autofahrer für das staatlich standardisierte Ausweichen zu blöd wären.
Es ist ja auch schwer vertändlich, dass verschiedene Länder dieses Ausweichen auf mehrspurigen Straßen, also wer nach rechts und wer nach links muss, anders definieren.
Ich hätte einen Vorschlg, wie man die Menschen in Österreich undDeutschland abholen köntte, wo sie ohnehin schon stehen:
Dort gilt ja bekanntlich (?) eine einheitliche Regelung:
ALLES BLEIBT BEI UNS WIE IMMER.
IN DER KRISE (also wenn ein Einsatzfahrzeug kommt)
WEICHEN WIE IMMER ALLE NACH RECHTS AUS,
NUR DER, DER SCHON IMMER GANZ LINKS WAR (fuhr),
RÜCKT NOCH WEITER NACH LINKS.
CAPICHE?
Wahlkampfthema Wohnen, damit kennt sich jeder aus
Ich bin ein misstrauischer Mensch, ich weiß.
Wenn einer der größten Immobilienmakler der Stadt (http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/kordiconomy/57921/Muzicant_Realitaeten-verkaufen-Realitaeten-schaffen) ein Plädoyer für gerechteres und billigeres Wohnen verfasst (http://derstandard.at/1363706690905/Plaedoyer-fuer-gerechteres-und-billigeres-Wohnen),
wenn sich die Grün Stadträtin Vassilakou aus der Parkpickerl Diskussion mit dem Geniestreich von Mietzinsobergrenzen von 7 €/m2 (http://diepresse.com/home/panorama/wien/1311289/Gruene_Wiener-sollen-ueber-Mietobergrenze-abstimmen) verabschiedet und
sich plötzlich ÖVP und SPÖ gegenseitig erinnern, dass die Wohnbauförderung doch eher für den Wohnbau und nicht fürs Spekulieren und Kreisverkehreröffnen zu verwenden wäre, dann werde ich misstrauisch.
Tausende Wohnungen mehr (wie vor jeder Wahl), die maroden Pensionskassen sollen den Wohnbau fördern (nachdem sie Ihr Geld an der Börse verlieren durften), die Vermieter sollen die Makler zahlen (tun sie eh schon) http://orf.at/stories/2174781/2174756/ und bald wird wieder erwähnt werden, dass der Abgeordnete Peter Pilz widerrechtlich im Gemeindebau logiert (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1296111/Oesterreich_Pilz-hat-sich-Wohnung-erschwindelt).
Neu war in diesem Zusammenhang nur die „schwarze Regurgitation“ von Ex-FPÖ/BZÖ Vizekanzlerin Susanne Riess (http://www.heute.at/news/politik/art23660,864524), die man sicher beim Bausparer Wüstenrot verwahrt glaubte.
Fast reflektorisch will man bei den im Minutentakt einschlagenden Vorschlägen im beginnenden Wohnwahlkampf (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/536217_Koalition-startet-Wohnwahlkampf.html) ausrufen:
Bitte, helfen Sie mir nicht, es ist schon jetzt schwer genug!
Weil was am Ende stehen wird, egal wessen Vorschläge die meisten Stimmzettel einfangen, lehrt uns die Geschichte der letzen 30 Jahre:
Es geht nur darum, neue Geldmittel aus den gesellschaftliche Bereiche, die noch nicht gänzlich für private Kapitalspielchen geöffnet wurden, dem Zugriff der Finanzindustrie zu öffnen. Der Staat soll dies alles mit Steuermittel fördern und den Bürgern vorspielen, dass das alles zu ihrem Besten wäre.
Nach dem Pensionssystem, das vom Umlageverfahren zu großen Teilen in ein Kapitaldeckungssystem umgebaut wurde und seine Beiträge in Börsenspekulation verbrannt hat, und dem Gesundheitssystem, das zur angeblichen Effizienzsteigerung mit öffentlichen Geldern privatisiert wird, sollen nun auch der Wohnbau neoliberal eingefärbt werden: Der Steuerzahler zahlt Förderungen, die Privaten kassieren die Gewinne solange es gut geht, am Ende zahlen wir alle für die Scherben.
(Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten Kapitals http://wp.me/p1kfuX-l1)
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte

Was hier vor über einem halben Jahr bereits besprochen wurde (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75056), das Potemkinsche Spital, das im ÖSG 2012 (Öster. Strukturplan Gesundheit) unter dem Titel “reduzierte Organisationsformen” vorausgeplant wurde, beginnt nun die Politik in die Tat umzusetzen.
Die OÖ Nachrichten berichten unter
Drohender Ärztemangel: Spitals-Nachtdienst wird flexibler (http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aerzte/Drohender-Aerztemangel-Spitals-Nachtdienst-wird-flexibler;art115742,883659)
davon, dass es statt der bisherigen „starrer“ Anwesenheitspflicht von Abteilungs-Fachärzten in Nacht- und Wochenenddiensten es eine gesetzliche „Mindestanwesenheit“ in medizinischen Kernfächern geben. Welche Ärzte zusätzlich anwesend sein müssen, wird die ärztliche Leitung zu entscheiden haben.
Erstens kann sich z.B. ein Patient mit Gesichtsverletzung nicht mehr ganz sicher sein, dass es – obwohl am Spitalseingang eine Augenabteilung angekündigt wird – auch einen Facharzt gibt, der sein verletztes Auge fachmännisch versorgt,
zweitens wird die Verantwortung wie selbstverständlich an die ärtliche Direktion bzw. die Abteilungsleiter delegiert.
D.h. die Politik hat nichteinmal die cochones einfach festzulegen, dass es in der Augenabteilung vielleicht nur mehr einen stundenweise vorbeischauenden Facharzt für Augenheilkunde geben wird, weil es weder Geld noch Ärzte gibt, sondern überläßt die heiße Kartoffel “der Front”.
Landeshauptmann Pühringer formuliert das einfach so:
Pühringer: „Wir vollziehen nur eins zu eins das bereits gültige Bundes-Krankenanstaltengesetz nach“.
Wer weiß denn, dass er selbst wie wild dafür lobbyiert hat, sich das vom Bund so vorschreiben zu lassen.
Der aktuelle Gastkommentar Krenmayrs in der Presse umschreibt den Wandel des ärztlichen Berufes nicht ganz zuunrecht so:
Ich wäre nicht mehr Anwalt der Gesundheit meiner Patienten, sondern ein Gesundheitssachverständiger, der dem Patienten im Krankheitsfall mitteilt, was der Staat für ihn vorgesehen hat. Das Ergebnis kann, ja muss mir egal sein, verantwortlich wäre ich ja der Politik und der Kasse, die exklusiv meine Arbeitsbedingungen bestimmen. Ob ein weisungsgebundener, von der Politik bestellter Beamter („Patientenanwalt“) ein ausreichender Ersatz für einen unabhängigen Arzt sein wird?
Kann mir das irgendwer erklären?
10.11.2012 Gesundheitsminister Stöger reicht’s. Er hat die Kritik der Ärztekammer an der Gesundheitsreform satt.
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1311147/Gesundheitsreform_Stoeger-ueber-Aerztekammer-empoert
11.12.2012 Stöger: Historische Einigung zur Gesundheitsreform 2012
http://www.springermedizin.at/artikel/32175-stoeger-historische-einigung-zur-gesundheitsreform-2012
17. 3. 2013 Gesundheitsreform: Rechnungshof kritisiert Stöger-Entwurf
Kompetenzen bleiben zersplittert – Kostendämpfungen “nicht schlüssig nachvollziehbar”
http://derstandard.at/1363239278399/Gesundheitsreform-Rechnungshof-kritisiert-Stoeger-Entwurf
17. 3.2012 Heftige Kritik übt der Rechnungshof am Gesetzesentwurf von Minister Alois Stöger (SPÖ) für die Gesundheitsreform
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/531981_Rechnungshof-kritisiert-Entwurf.html
Da dealen der Hauptverband, ein paar Gesundheitspolitker der Bundesländer und das Bundesministerium unter Ausschluß der Ärzte ein “Jahrhundertwerk” aus und ehe das überhaupt in der politischen Realität ankommt, liegt schon ein Rechnungshofbericht vor, das – m.E. zu Recht - das alles “zerlegt”.
Wer hat da den Rechnungshof, der doch oft viele Jahre zu spät prüft ,z.B. erst 2010 die Reform 2005 (http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2010/oeaez-10-25052010/rechnungshofbericht-gesundheitsreform-zerpflueckt.html) ins Feld geschickt?
Cui bono?
Kann mir das jemand erklären, bitte?
Zu dürr – zu blad – Der Standard beweist Bandbreite
Der Online-Standard bringt heute wirklich für jeden was:
Einen Bericht über die weltweite Verbreitung des Übergewichtes http://derstandard.at/1362107723951/Fettleibigkeit-kein-Phaenomen-der-reichen-Laender und gleich daneben einen Artikel über die invasive Therapie der Magersucht. http://derstandard.at/1362107769820/Forscher-bekaempfen-Magersucht-mit-Elektroden-im-Gehirn
Das nenne ich journalistische Breite …
Übrigens ist es seit Jahrzehnten gesichert, dass es einen inversen Zusammenhang zwischen subjektivem Empfinden übergewichtig zu sein und dem Body-mass-Index gibt.







