Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Archiv für die Kategorie ‘Generationen

Methusalem würde heute beim Müller einkaufen

Hinterlasse einen Kommentar »


Longevity

Man kann ja so manches gegen den Kapitalismus sagen, aber nicht, dass er absichtlich in falsche Produkte investiert.

Nehmen wir es also als Beweis dafür, dass unsere Lebenserwartung in ungeahnte Höhen steigt,
wenn die Firma Müller eine sattes Sortiment an Geburtstagskarten für 95 und sogar 100-Jährige bereithält.

Geschrieben von medicus58

13. Mai 2013 um 21:01

Wäre an der Zeit das Kleingedruckte des Generationenvertrages einmal zu lesen

Hinterlasse einen Kommentar »


Die Alten

Schon einige Zeit her, da ich feststellte:
Zwischen Kinderförderung und Altenbetreuung wird es für die zu spät Geborenen und noch nicht Pensionierten eng.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31563 

In der gestrigen Volksbefragung über die Wehrpflicht wurde den wehrpflichtigen Männern von den Wahlberechtigten eine klare Botschaft übermittelt:

Wir entlassen Euch nicht aus der Pflicht für uns zu arbeiten.

Dass sich sich die Jüngeren gegen ihre (Wehr-/Zivildienst)Pflicht  diesem Staat gegenüber ausgesprochen haben, passt ja zu den Vorurteilen alter Männer (dead or alive) von Kennedy bis Schönborn
 
“Haben wir uns nicht zu sehr daran gewöhnt, dass das Land etwas für uns tut, für unsere Sicherheit, unser Wohlergehen, unsere Versorgung in Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit?”, stellte Schönborn in Frage. Man sollte sich ausreichend bewusst machen, “was wir für unser Land tun können, für seine Sicherheit und sein Wohlergehen, für den Nächsten und den Nachbar in Not, in Katastrophen, in sozialer Hilfsbedürftigkeit”, forderte der Kardinal.
http://www.katholisch.at/site/home/aktuelles/article/103103.html

Professionelle Meinungsforscher sind sich auch schnell einig, dass es weniger den Dienst an der Waffe ging, als um den von der rechten Reichshälfte stets geschähten Zivildienst.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=85174 
 
Die nähere Analyse zeigte, dass das Abstimmungsergebnis in erster Linie auf das Wahlverhalten älterer Männer zurück geht:
Männer und Ältere brachten Entscheid für Wehrpflicht – Junge und Frauen mit niedriger Beteiligung, aber eher für Berufsheerauf   

Frauen, Partnerinnen und Mütter,  also weitgehend unabhängig vom Alter stimmten bemerkenswerterweise eher so wie die persönlich betroffenen jüngeren Männer gegen die Pflicht!
http://derstandard.at/1358304095358/Wehrpflicht-Befuerworter-wollten-vor-allem-Zivildienst-erhalten   

Um bei der Logik der alten Männer zu bleiben, tut sich aber nun die Frage auf, mit welchem Recht, die Generation

die weniger als die vorherigen Generationen ihre Kinder bei der Erziehung der Enkel unterstützet
, zum Teil weil sie die Segnungen der Frühpension auskostete, zum Teil weil sie sich unmittelbar danach als pflegebedürftig betrachtete,

die Kinderbetreuungsplätze und freie Studienplätze nicht mehr als Teil des Wohlfahrtsstaates sehen mochte,
obwohl sie selbst davon früher profitiert hat

nun wie selbstverständlich davon ausgeht, dass sie im Alter, 
nicht wie ihre eigene Elterngeneration in 35-Betten Sälen der Pflegeheime mit einer Grundversorgung aufs Dahinscheiden warten soll, sondern das Recht beansprucht liebevoll von den Zivildienern von einer Ambulanz zur anderen geschoben zu werden, damit sie ihren Lebensabend von den staatlich subventionierten 24h-Betreuerinnen aus dem Osten bekocht und gewaschen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33704) sowie von mobilen Pflege- und Arztediensten versorgt, sozusagen im Privatspital in ihren vier Wänden erwarten darf. 

Mag sein, dass hier des Sarkasmus zu viel gepflogen wurde, jedoch erscheint es mir zunehmend problematisch, wenn die gesellschaftliche Balance zwischen Geben und Nehmen  einseitig zu Gunsten derer verschoben wird, die diejenigen Vorteile des Wohlfahrtsstaates schon genossen hat, die den jüngeren zunehmend verwehrt wird, aber trotzdem darauf besteht, dass sie auch die Vorteile einer Solidargemeinschaft im Alter zu erhalten hat, während sonnenklar ist, dass diejenigen Generationen, die das nun zu bezahlen hat, nicht die geringste Chance hat, selbst einmal in diesen Genuss zu kommen.

Klar: wer zwei blöde Fragen stellt, bekommt bei einer Volksbefragung für eine davon eine Mehrheit.

Für die Aufrechterhaltung eines in der aktuellen Form seit Jahrzehnten unbrauchbaren Systems zu stimmen, nur um sicher zu gehen, dass das Lohndumping im Sozialsystem von weiteren Generationen junger Männer aufrecht erhalten werden muss, sollte spätestens beim nächsten Vatertag Thema werden ….

Geschrieben von medicus58

21. Januar 2013 um 06:22

Die Abkassierer der 24-Betreuung sind unter uns

Hinterlasse einen Kommentar »


Rolli

Ist ist schon einige Zeit her, als wir uns hier mit dem Phänomen auseinandergesetzt, dass die Anzahl der Menschen die in Österreich „in Pflege stehen“ mehr als doppelt so hoch ist, wie im Durchschnitt der OECD Länder: „Pflegehelferinnen aus dem Ostenhttp://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33704 . Langsam, spätestens als öffentlich wurde, dass in der Familie des damalige Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel unangemeldet eine Pflegerin beschäftigt wurde, begannen hektische Bemühungen das, was bereits flächendeckend statt fand „Der Arbeitsstrich der 24 Pflege“ (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=63115) zu legalisieren.

Während wohl jedem klar war, dass es heute nahezu unmöglich war eine aufwendige Betreuung „der Alten“ zu gewährleisten, seit diese weder an die „Hausfrau und Mutter“ des „alleinverdienenden Haushaltsvorstandes“ zu delegieren ist, weil diese ebenfalls im Berufsleben steht und die frühere Akzeptanz, die Alten entweder am Land in die Ausnahm oder in der Stadt in die Versorgung zu stecken, kollidierte dies mit den Berufsinteressen der diplomierten Pflegeberufe, die sich gesetzlich eine Art Alleinanspruch auf „die Pflege“ gesichert haben. Mühevoll bastelte man an entsprechenden Gesetzen, die das, was die 24h Betreuung zu leisten hat (Putzen, Kochen, Helfen, Waschen, Füttern, ….) von der medizinischen Pflege mehr schlecht aber zu Recht differenzieren.
So war der Weg frei, sich des Arbeitsproletariats arbeitsloser Frauen aus (zuerst vorzugsweise) der Slowakei, (inzwischen auch) aus Polen, Rumänien, der Ukraine und immer weiter aus dem Osten Europas zu bedienen. Dass die Überalterung in diesen Gebieten inzwischen ein ähnliches Ausmaß erreicht hat, wie bei uns, es aber dort die soziale Absicherung viel schlechter bestellt ist, als bei uns, d.h. sich die Frage stellt, wer denn dort die Alten pflegt, soll hier einmal nicht weiter diskutiert werden.

Im heutigen Beitrag geht es um all die Einheimischen, die den ohnehin relativ niedrigen Lohn der meist als Ich-AGs arbeitenden Frauen weiter schmälern.

Eine kurze Anfrage an „Prof. Google“ zeigt die Fülle an Agenturen, die sich im Vermittlungsgeschäft etabliert haben. Der Konsument hat zuletzt 77 getestet und unter denen sind diejenigen, die vom Entlassungsmanagement zweier Wiener Großspitäler empfohlen werden, gar nicht dabei!
Verstehen Sie mich richtig, natürlich ist eine sorgfältige Personalselektion und -vermittlung eine Leistung, die auch honoriert werden muss. Wie wir aber gleich sehen werden, ist die Qualität der Vermittlung sehr zu hinterfragen, insbesondere da keinerlei Garantieleistung damit verbunden ist und die betreffenden Einzelpersonen oder Firmen sich durch die kontinuierliche Beteiligung an den laufenden Geldflüssen nach abgeschlossener Vermittlung ein IMHO nicht zu rechtfertigendes Dauereinkommen sichern.

Players in the field:
a) Diplomierte Krankenschwester hängt den Beruf an den Nagel und macht sich selbstständig:  Die meisten Anbieter scheinen mir von ehemaligen diplomierten Krankenschwestern mit persönlichen und sprachlichen Verbindungen in den ehemaligen Ostblock gründet worden zu sein.
b) Gemeinnützige Vereine und Einrichtungen Verschiedene privaten und öffentliche Gruppierungen (Caritas, Hilfswerk, FSW, ..) vermitteln ebenfalls in- und ausländische BetreuerInnen, wobei man sich hier ebenfalls häufig Dritter bedient, die die Personen dann aussuchen.

Was leisten die Vermittler?

Glaubt man den Internettauftritten und den persönlichen Gesprächen, werden Bewerberinnen „auf Herz und Nieren geprüft“, ehe sie einem vorgeschlagen werden. Eigene Erfahrungen lassen hier große Zweifel aufkommen. Eine (nach eigener Aussage) studierte Kernphysikerin und ehemalig beim Slowakischen Rundfunk in leitender Position angestellte, nun zur Pflegerin konvertierte Person entpuppt sich als psychiatrisch schwerst auffällig und offenkundig alkoholabhängig. Nachträglich ist da der Agentur (einer diplomierten Krankenschwester) schon einiges komisch vorgekommen … In einer gemeinnützigen Organisation, die auf ihrer Homepage verkündet, dass sie sich bei der Personalrekrutierung eines professionellen Personaldienstleisters bedient, erfährt man, dass es schon einmal vorkommen kann, dass sich die am Telefon als sehr gut befundenen Deutschkenntnisse dann vor Ort nicht nachvollziehen lassen, weil vielleicht jemand ganz anderer als die nun vermittelte Betreuerin abgehoben hat. Ganz kann man ja nie ausschließen, dass es in dem Dorf eben einen gibt der gut Deutsch kann und die Telefonate für alle abwickelt … Aber für all das gibt es keine Garantieleistung des Vermittlers, schließlich schließt man ja nicht mit dem Vermittler sondern mit der selbstständig agierenden Betreuerin einen Arbeitsvertrag. Die in dem unten verlinkten Konsumentartikel angeführten Leistungen der Vermittler (behördliche Anmeldung, Einführung in den Haushalt, Behördenwege, Erhebung des Pflegebedarfs …) existieren meiner Erfahrung nach mitunter nur auf dem Papier. Die Erhebung des Pflegebedarfs = Einstufung in die Pflegestufe wird beim Förderantrag ohnehin von „offizieller Seite“ vorgenommen.

Woran verdienen die Vermittler?

Klar, zuerst einmal für ihre Vermittlungsleistung. Diese wird entweder als Einzelzahlung pro Vermittlung, oder pro Vermittlung von zwei Pflegerinnen innerhalb von 1-3 Monaten oder als Jahresmitgliedsbeitrag, oder als Mischung aus all den Formen eingehoben. Kosten von bis zu 1.240 € für die Erstvermittlung und Jahresgebühren von 1.500 € sind mit bekannt! Dazu kommen oft noch versteckte Kosten (siehe unten). Dass die Agentur auch von den Betreuerinnen eine Vermittlungsprämie abkassiert, erfährt man meist erst später, wenn man sich über mangeldne Jobzufriedenheit wundert.

Damit ist aber noch nicht Schluss:

Viele Agenturen (auch die gemeinnützigen Vereine !) kassieren auch pro geleistetem Betreuungstag mit. Nochmals sei in Erinnerung gerufen, dass die meisten Betreuerinnen als selbstständige Einzelunternehmer handeln und die Vermittler keine Leistungen für sie erbringen, die dieses Mitkassieren rechtfertigen.

Qualitätssicherung als nettes finanzielles Zubrot Aus der oben angeführten Problematik, dass die diplomierten Pflegeberufe sich aus diesem Geschäft nicht gänzlich hinausdrängen lassen wollten und – völlig nachvollziehbar – die öffentliche Hand, die diese Betreuungsverhältnisse auch finanziell unterstützt, eine gewisse Sicherheit braucht, dass eine qualifizierte Betreuung erfolgt, hat sich eine laufende Qualitätssicherung etabliert, für die je nach Geschäftsmodell natürlich oft extra bezahlt werden muss. Für den 10 minütigen Besuch einer diplomierten Krankenschwester, die „nach dem Rechten sieht“, fallen dann schon mal extra 75 € pro Monat an. Wenn Sie draufkommen, dass Besuche in rechnung gestellt werden, die nie stattgefundne haben, dann haben Sie ein Problem. Selbst wenn Sie nicht per Mitgliedsgebühr an den Vermittler gebunden sind ist der wechsel nicht so einfach, weil evtl. die Betreuerinnen an ihn vertraglicg gebunden sind, was Sie spätestens zu diesem Zeitpunkt realisieren! Eine Gewährleistung der Qualität bekommt man aber nicht. Zumindest von einer bestimmten Agentur kann ich beweisen, dass unter dem Titel der Qualitätssicherung nun verpflichtende Kurse angeboten werden, die die Betreuerinnen zusätzlich zu zahlen haben. Wohlgemerkt, als Betreuerin kann legal ohne hin nur jemand arbeiten, der eine entsprechende Ausbildung (meist im Heimatland) nachweisen und sie in Östterreich anerkennen kann. Selbst einfache medizinische Tätigkeiten, diejeder Patient selbst an sich durchführt, dürfen von den Betreuerinnen ohnehin nicht vorgenommen werden, da sie gesetzlich diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen sowie PflegehelferInnen auf ärztliche Anordnung vorbehalten sind. Es kann ihnen also passieren, dass sie für die tägliche Heparinspritze trotz 24 Betreuung noch eine mobile Krankenschwester anheuern müssen!

Da mach ich doch auf Taxiunternehmen

Natürlich müssen die Betreuerinnen, die sich i.d.R. alle 14 Tage abwechseln, auch wieder „in den Osten“. Wer keine guten öffentlichen Verbindungen hat, ist hier auf die in den Herkunftsländern boomenden Taxi- und Busunternehmer angewiesen. Diese Kosten fallen meist zusätzlich zum vereinbarten Taggeld an und variieren zwischen 50 und 150€ alle 14 Tage. Aber auch hier haben die in Österreich ansässigen Vermittler Lunte gerochen und einige steigen auch in diese Geschäft ein, in dem sie „ihre“ Betreuerinnen vertraglich verpflichten ausschließlich „ihr“ Transportunternehmen zu benutzen. Kein schlechtes Geschäft, da es ja für jede Hin-fahrt auch mind. einen Passagier für die Rückfahrt gibt. Begründet wurde das im Einzelfall damit, dass man so eine größere Sicherheit für die Betreuerinnen bieten würde, dass sie auch pünktlich an ihren Einsatzort kämen.

Wenn Sie also auf Internetangebote stoßen
24Stundenpflege zu Hause – Österreichweit bereits ab 35 €
Legal und verantwortungsbewusst,

dann  denken Sie sich Ihren Teil.

Und wenn Ihnen dann Gedanken wie
Abzocke
Ausbeutung
Arbeitsstrich und
Neokolonialismus

in den Sinn kommen, dann geht es Ihnen wie mir!

Eine gute Übersicht über die Kosten einiger Anbieter finden Sie hier in einer (eigentlich kostenpflichtigen ) Ausgabe des Konsument, die uns freundlicherweise das Land Salzburg ins Netzt gestellt hat … http://www.salzburg.gv.at/24-stunden-betreuung_konsument_2.pdf

Links:
Generationenvertrag
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31468
Generationenvertrag II oder das Sandwich http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31563
Generationenvertrag III http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32059
Generationenvertrag IV: Im nächsten Leben werde ich ein Gemüse oder ein Metall http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32622

Hilfreiche Informationen:
http://www.bmask.gv.at/site/Soziales/Pflege_und_Betreuung/24_Stunden_Betreuung/
  http://www.pflegedaheim.at/cms/pflege/attachments/2/8/6/CH1848/CMS1237213583778/24stdbetreuung[1]1.pdf

Geschrieben von medicus58

12. Januar 2013 um 14:41

V for Vendetta Jahresrückblick 2

Hinterlasse einen Kommentar »


2012

Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks geht es um eine politische Enttäuschung, die uns auch in den folgenden Jahren noch beschäftigen wird; deren Wurzeln liegen aber bereits in den Wiener Gemeinderatswahlen 2010 und der Kür von Maria Vassilakou (http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Vassilakou) zur Vizebürgermeistern.
V for Vendetta (http://de.wikipedia.org/wiki/V_wie_Vendetta_(Film) ) heißt der Beitrag, weil damals schon diejenigen Wähler, die den Spitzenkandidaten Van der Bellen ihre Stimme gegeben haben, ungefragt Vassilakou bekommen haben.
Ich wunderte mich damals schon in meinem Blogbeitrag Professor …(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32221) wie sang und klanglos dieser Wortbruch hingenommen wurde.
Als die Grünen im November 2011 ihr 25-jähriges Bestehen feierten, da fehlten einem in böser Vorahnung schon die Worte (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47854).

Als dann im Juli 2012 die Grünen der Regierung trotz schwerer rechtlicher Bedenken die Zweidrittelmehrheit für den ESM beschafften, konnte man nur mehr Rot für die Grünen sehen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74748). Was noch mehr als die eigentliche Politik der Grünen ärgert, ist das Superkalifragilistigexpialigetisch, die Märchenprobaganda, ihrer Aussendungen: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74196
Während die Bundesgrünen Peter Pilz und Gabi Moser im Untersuchungsausschuss wetterten, dass die mit Steuergeld finanzierten Imageinserate von Kanzler Faymann nicht untersucht werden konnten, kam von den Wiener Grünen um Vassilakou kein Wort dagegen, dass die Stadt Wien weiterhin Steuergelder für sinnlose Imageinserate zum Fenster hinaus wirft (6,4 Mill € allein im III.Quartal 2012), nein man plakatierte sich einfach selbst (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81799).

Über Vassilakous Meisterstück, die ParkraumbeSAUwirtschaftung in Wien, haben wir gestern schon Bilanz gezogen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84633).

Die wahre Gesinnung einer Partei zeigt sich auch in ihrer Personalpolitik. Wer da nicht aller schon und mit welchen Mitteln abmontiert wurde, würde den Raum hier sprengen.

Erinnern wir uns,

Parteigründerin Meissner-Blau erleidet nach einer Abstimmungsniederlage in der eigen Partei einen Herzinfarkt. 1988 tritt sie zurück: http://www.mediathek.at/oe1_journale/popup/popup_media_manager.php?fileId=1118831

Auch der von allen abgefeierte und nun in den Ruhestand gegangene Leiter der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft Walter Geyer (http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Geyer) warf 1988 das Handtuch bei den Grünen.

Der nun ebenfalls gefeierte Aufdecker des Hypo-Alpe Adria Skandals in Kärnten, Rolf Holub (http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Holub) wurde 2011 von den Grünen als Landessprecher abgewählt und erst nachdem seine kontinuierliche politische Arbeit doch ein nicht zu übersehenden Erfolg wurde, mit großem Getöse wiedergewählt.

Johannes Voggenhuber war schon 1977 Sprecher der Salzburger Bürgerliste, als die derzeitige Führungsspitze der Grünen noch in der Sandkiste spielte. Als Europapolitiker war er lange Zeit der einzige, der auch in Österreich so sprach, wie er in Brüssel handelte. 2009 wurde er dann gegen die bis heute farblose Ulrike Lunacek nach Brüssel geschickt, wo sie FP Mölzer den Rang der “faulsten Abgeodneten” abnahm (http://www.news.at/a/gruene-lunacek-eu-abgeordnete-hans-peter-martin-fleiss-ranking-260043). Die Desavourung Voggenhubers geht aber noch weiter: 2010 hatte er mit einigen anderen Ex-Politikern ein Demokratie-Volksbegehren MeinOE angekündigt, dass dann ab März 2012 unterstützt werden konnte. (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/745022/DemokratieVolksbegehren-liegt-zur-Unterschrift-auf ) Nachdem man genügend Unterstützer sammeln konnte, um das Volksbegeheren österreichweit auflegen zu können, preschten die Grünen mit einem eigenen Volksbegehren vor. http://derstandard.at/1350261396599/MeinOE-empoert-ueber-Gruenen-Volksbegehren  Schließlich musste auch Karl Öllinger (http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_%C3%96llinger), einer der prfundesten Kenner und Kritiker des österr. Sozialsystems erkennen, dass diese Arbeit nicht mehr gewünscht wird. Der Sozialexperte verlor seinen Platz auf der Wiener Liste für die nächste Nationalratswahl 2013 gegen den Kultursprecher Wolfgang Zinggl, dessen politische Leistung darin bestand, Gerald Matt als Direktor der Kunsthalle Wien wegzuputschen; kürzlich bekam Matt jedoch vor Gericht recht, dass sein Handlungen vertraglich gedeckt waren. Auch auf der Bundesliste erreichte er keinen wählbaren Platz, auch hier wurden ihm “Jüngere” vorgezogen. “Sozialpolitik gilt leider als nicht so wichtig. Weil sie angeblich traditionell von der SPÖ abgedeckt wird und alles, was wir in dem Bereich machen, nur der SPÖ helfe”, sagt Öllinger zum STANDARD http://derstandard.at/1353208452759/Oellinger-Gruene-Spitze-zeigt-wenig-Interesse-an-Sozialpolitik

Peter Pilz hat es gerade noch auf die Bundesliste geschafft, in Wien hat man ihn ja schon längst abserviert. (http://derstandard.at/1353207934613/Das-Ringen-um-neue-Koepfe)

Andererseits muss man sich ansehen, wer von den Grünen in den Vordergrund gehoben wird: Sigrid Pilz, die seit Jahren Einkommensweltmeisterin des Wiener Gemeinderats, wurde zur hoch bezahlten Patientenanwältin, um ab sofort alles von Gesundheitsstadrätin Wehsely jubelnswert zu finden: von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82486
Auch andere Freunde werden mit Beraterpöstchen versorgt: den Anfang machte Van der Bellen als Unibeauftragter, seither gibt es Radfahrbeauftragte, Fussgängerbeauftragte, … WTFE http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81126

Halten wir nun inne und fassen wir zusammen: Viel Wähler suchten nach einer Alternative zu den Parteien, die Österreich einen Selbstbedienungsladen für ihre eigenen Interessen und Parteigänger gesehen haben. Jahrzehnte waren dies SPÖ und ÖVP, nach “der Wende” kamen FPÖ/ BZÖ/FPK dazu.
2012 hat leider gezeigt, dass die bislang nachweisliche Sauberkeit der Grünen im politischen Sumpf Österreichs nicht so sehr auf eine höherwertige Gesinnung sondern auf bisher fehlende Gelegenheiten zurück zu führen ist. In welchem Ausmaß das auf ein den anderen Politikern vergleichbares moralisches Defizit oder einfach auf Dummheit zurückzuführen ist, kann noch nich tabschließ beurteilt werden:

Schade ist es vor dem Wahljahr 2013 allemal.

2012

Geschrieben von medicus58

27. Dezember 2012 um 15:42

Der Arbeitsstrich der 24h Pflege

Hinterlasse einen Kommentar »



Im Sommer 2006 brach erstmals die politische Debatte über illegale Altenbetreuung hoch, als im  Vorfeld der Nationalratswahlen bekannt wurde, dass auch in der Familie von
Wolfgang Schüssel, der vorher einen „Pflegenotstand“ abgestritten hat, eine Slowakin illegal beschäftigt wurde. http://www.news.at/articles/0633/30/148663/pflegeskandal-schuessel-oevp-kanzler-pflegerin

In einigen juristischen Schnellschüssen wurden ein Hausbetreuungsgesetz geschaffen und Gesundheits- und Krankenpflegegesetze, Ärztegesetz, Gewerbeordnung und Bundespflegegeldgesetz einer Novellierung unterzogen. Es musste auch ein Spagat dafür gefunden werden, dass die „Kompetenz und der Kollektivvertrag der diplomierten Pflegeberufe“ unangetastet blieben es aber trotzdem legal möglich war, dass die Altenbetreuerinnen neben ihrer Tätigkeit als Putzfrau, Köchin und Gouvernante auch noch „pflegerische Tätigkeiten“ übernehmen können.

Im Rahmen der legalen 24-Stunden-Betreuung dürfen Haushalts- und Betreuungstätigkeiten sowie einfache pflegerische Tätigkeiten durchgeführt werden, spezielle pflegerische Tätigkeiten verlangen die Miteinbeziehung einer diplomierten Pflegekraft. Dem wird u.a. dadurch entsprochen, dass viele der Vermittlungsagenturen von österr. Diplomkrankenschwestern geführt werden.
Nachdem die Aufregung wieder abgeebbt ist, kommt das Thema in den österreichischen Medien kaum mehr vor. Vermutlich nicht so sehr, weil die gefundenen Lösungen so gut funktionieren , sondern weil man im Herrn Karl’schen Sinn „lieber nicht mehr davon spricht“.

 Man schätzt, dass dzt. 16.000 -18-000 slowakische Altenbetreuerinnen in Östereich in der Altenpflege tätig sind.

(http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/728667/16000-Slowakinnen-als-Altenpfleger-in-Oesterreich , http://www.compresspr.at/node/207538)

Schätzungen über die Gesamtzahl der in Österreich legal und illegal arbeitenden Altenbetreuerinnen schwanken  zwischen 20.000 und 60.000.

Die Kostenfür die Vermittlungsagenturen schwanken beträchtlich; alle verlangen eine erstmalige Vermittlungsgebühr, monatliche und jährliche Gebühren, Qualitätssicherungsbeiträge, … etc. Die meisten privaten Agenturen, treten in Form von Vereinen auf, werben mittels Internetauftritt,   Annoncen und Werbeschaltungen in Bezirkszeitungen. Ein weiterer Vertriebsweg läuft über das „Entlassungsmanagement“ der Krankenanstalten, das explizit einzelne Vereine empfiehlt.Auch unter den großen Anbietern herrscht eine große Fluktuation, eine exakte Zahl der in Österreich tätigen Vermittlungsagenturen ließ sich auch über die Wirtschaftskammer selbst nicht eruieren.
Das Hausbetreuungsgesetz sieht die Wahlmöglichkeit vor, die Personenbetreuung selbständig oder unselbständig auszuüben. In der Praxis hat sich allerdings nur das Selbständigenmodell durchgesetzt. Die selbständigen Betreuungskräfte können die Vorteile einer freiberuflichen Tätigkeit nicht beurteilen, da sie keine Wahlmöglichkeit bezüglich des Beschäftigungsverhältnisses haben. Die Vermittlungsagenturen bestimmen über die Art der Beschäftigung und legen auch die Tageshonorare für die PersonenbetreuerInnen fest. Die Vorteile der Selbständigkeit, wie etwa die freie Aushandlung des Gehalts, der Arbeitszeiten und die Flexibilität in der Arbeitsgestaltung, können im Rahmen der Personenbetreuung nicht genutzt werden. Die staatlichen Regelungen haben die Bevorzugung des Selbständigenmodells forciert, da für die Personenbetreuung wichtige arbeitsrechtliche Grundlagen mit dem Gewerbe nicht berücksichtigt werden müssen und die kollektivvertraglichen Gehaltsregelungen nicht gelten. Angesichts eines Tageshonorars in Höhe von ca. ! 60 hat die Betreuungtätigkeit einen prekären Charakter. Auch wenn die BetreuerInnen

Unterkunft und Verpflegung während ihrer Einsatzdauer zur Verfügung gestellt bekommen, ist ein Tageslohn von ! 60 für eine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit eine unterbezahlte Tätigkeit. Dennoch stellt es für osteuropäische Personen einen großen finanziellen Unterschied dar, wenn das Einkommen im Heimatland als Vergleich herangezogen wird. http://www.care-ring.or.at/wp-content/uploads/2010/12/Diplomarbeit_GudrunBauer.pdf

Da legal angestellte Betreuerinnen als Selbstständige „Ich-AGs“ agieren und somit direkt mit dem Auftraggeber (zu pflegende Person, Angehörige) ein Vertragsverhältnis eingehen können, bleibt die Notwendigkeit der Vermittlungsagenturen oft zu hinterfragen. Aus eigenen Recherche zeigte sich, dass die Bewerberselektion mancher Agenturen eher oberflächlich, um nicht zu sagen unprofessionell erfolgt. Die Verträge mit den Vermittelten sind äußerst heterogen, viele müssen von ihrem Einkommen auch noch einen Teil an den österreichischen Vermittler abliefern, obwohl dieser kaum irgendeine Gegenleistung bietet:
Die Vermittlungsgebühr kostet rund 1.200 Euro pro Jahr. Es hat sich schon unter den 24-Stunden-BetreuerInnen herumgesprochen, dass einem die Agentur im Notfall nicht weiterhilft. Die Agenturen wissen, wenn eine Frau aufhört, warten schon zehn andere. http://www.vida.at/servlet/ContentServer?pagename=S03/Page/Index&n=S03_17.2.1.a&cid=1278067528159

Neben den österreichischen Vermittlungsagenturen, existieren meist auch im Herkunftsland der Bewerberinnen lokale Vermittlungsagenturen, die ebenfalls für ihre Dienste Entlohnung fordern. Daneben hat sich auch ein florierendes Transportwesen (Sammelbusse, Taxis) für die anreisenden Betreuerinnen in ihren Heimatländern entwickelt.
Im Rahmen einer Erhebung zu Kosten und Leistungen hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 77 Anbieter von 24-Stunden-Betreuung mit Firmensitz beziehungsweise Adresse in Österreich kontaktiert – 45 davon gaben nähere Auskünfte.
Die Kosten für einen Betreuer bewegen sich bei den befragten Institutionen – je nach Anforderung und Leistungsspektrum – zwischen 40 und 115 Euro pro Tag zuzügl. An- und Abreisevergütung.
http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument%2FArtikel%2FDetail&cid=318879833113

Über die Kosten und Leistungen der Vermittlungsagenturen ergab sich ein sehr heterogenes Bild.
Eigene Erfahrungen zeigen einen zunehmenden Wildwuchs in diesem Bereich. Immer mehr Agenturen verlangen auch nach der Vermittlung einen Tagsatz von den Betreuerinnen, bestehen auf die Inanspruchnahme des eigenen (!) Transportunternehmens, verrechnen für einen 10-minütigen „Kontrollbesuch einer Diplomkrankenschwester unter dem Titel „Qualitätssicherung“  70 € vom Betreuten und verpflichten die Betreuerinnen -ohne rechtliche Grundlage- zu regelmäßigen, kostenpflichtigen „Fortbildungskursen“, ….   Es wäre Zeit sich mit diesem Geschäft wieder etwas näher auseinanderzusetzen!

Nicht, dass uns gefallen wird, was wir da sehen:
Wir benützen die ökonomische Zwangslage osteuropäischer Frauen, um unseren Pflegenotstand zu lösen, so wie wir unsere Konsumgüter kostengünstig in chinesischen Sweatshops erzeugen lassen, werden das Problem aber damit nicht dauerhaft lösen.

Nicht, dass es eine Patentlösung für das Problem geben wird:

Die Löhne in der Slowakei steigen, so dass immer mehr Frauen aus Bulgarien und der Ukraine rekrutiert werden müssen. Die Anreisekosten steigen und verringern den Nettoverdienst.

Aber wir sollten uns langsam fragen, ob wir tatenlos zuschauen wollen, dass auch zahllose in- und ausländische Agenturen an den Pflegehelferinnen aus dem Osten (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33704) mitverdienen, wenn schon nicht aus Solidarität, so doch aus unserem eigenen Interesse.

Links:

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/resources/documents/Deutsch_24_Stunden.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/24-Stunden-Betreuung_(%C3%96sterreich)
http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=377055&DstID=338

Geschrieben von medicus58

28. Mai 2012 um 17:27

Whistleblowing im Gesundheitswesen erlaubt, aber: Altenpflege

mit einem Kommentar



Man darf als abhängig Beschäftigter Mißstände im Unternehmen seines Arbeitgebers öffentlich machen, sagen die Gerichte.

Nun bekommt eine Pflegerin, die Mißstände in einem “outgesourcten” Berliner Altenpflegeheim öffentlich gemacht hat,
nach sieben (1) Jahren eine Abfindung.
2004 stellte Brigitte Heinisch einen Strafantrag gegen den Konzern.
Einen Monat später wurde sie gekündigt.
Erst im Juli 2011 gewinnt sie vor dem Europ. Gerichtshof für Menschenrechte und erreichte dadurch eine Wiederaufnahme des Kündigungsschutzverfahrens,
das nun mit einer Abfindung von 90.000 €, einem wohlwollenden Zeugnis und der Umwandlung der verhaltensbedingten in eine betriebsbedingte Kündigung endete.
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article106375042/Vivantes-zahlt-90-000-Euro-an-Altenpflegerin.html
http://www.jungewelt.de/2012/05-26/036.php

Die Richter bezweifelten zwar nicht prinzipiell die geäußerten Vorwürfe (z.B. Heimbewohner lagen bis zum Mittag in Urin und Kot, andere wurden ohne richterlichen Beschluss in ihren Betten fixiert) monierte aber
den in der Strafanzeige formulierten Vorwurf, Mitarbeiter seien angehalten worden, Pflegeleistungen zu dokumentieren, die nicht erbracht wurden. Dies sei »nicht ausreichend substantiiert« gewesen, bemängelte Richter Guth in der Verhandlung.

Da fällt einem Zyniker doch sogleich der “fehlende schriftliche Nachweis eines Schießbefehls an der Berliner Mauer” ein oder der fehlende “Führerbefehl zur Endlösung” ein.

Interessant wäre es herauszufinden, wieviel Frau Heinisch der Rechtsbeistand in all den Verfahren gekostet hat, aber auch der EGMR hat ihr 15.000 € zugesprochen, so dass sie es sich leisten konnte im jetzigen Vergleich etwas “nachzulassen”.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/erfolg-fuer-brigitte-heinisch-altenpflegerin-erhaelt-90-000euro-/6672302.html

Links zum Fall:
Altenpflege: Brigitte Heinisch in Berlin schlägt Alarm: http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=14&NAVZU_ID=57&STORY_ID=53
Interview 2011: http://www.youtube.com/watch?v=_C_TVNj5UhY
RBB-Bericht über Brigitte Heinisch 2011:  http://www.youtube.com/watch?v=V769gd7vdN0
3sat 2011 Altenpflegerin deckt Missstände im Altenheim auf: http://www.youtube.com/watch?v=ZYo6U3Vwk1M&

Buch: Satt und sauber:  http://www.amazon.de/Satt-sauber-Altenpflegerin-k%C3%A4mpft-Pflegenotstand/dp/3499623382
Ein Plädoyer für eine menschenwürdige Pflege Vor rund zehn Jahren hatte es harmlos angefangen. Brigtitte Heinisch wollte als Altenpflegerin einfach ihre Arbeit machen, so, wie sie es gelernt hatte, wie sie es für richtig und verantwortbar hielt. Doch die Realität sah anders aus: Bewohner lagen bis zum Mittag in Urin und Kot. Andere bekamen wegen des eklatanten Personalmangels nicht genügend zu essen und zu trinken. Brigitte Heinisch schlug intern Alarm – keine Reaktion. Und selbst als die Kontrolleure des Medizinischen Diensts kamen, änderte sich an den Zuständen im Heim kaum etwas. Also entschloss sich Brigitte Heinisch zu handeln … Brigitte Heinisch erzählt hier von ihrem Kampf gegen den Pflegenotstand und zeigt eindrücklich, auf welche Katastrophe wir zusteuern, wenn wir glauben, Pflegeheime könnten «Profitcenter» sein und alte Menschen per Fließbandpflege abgefertigt werden.

Andere Berichte über die Altenpflege:
BR: Ein “Pfleger” berichtet darüber, wie in einem “Wohnheim für psychisch Kranke” Insassen von den Wärtern körperlich mißhandelt wurden:
http://youtu.be/qs3HdlnRokc
Jaqueline (33) ist Altenpflegerin und hat 12 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Sie informiert über die Missstände in Altenheimen:
http://youtu.be/KFQdXha9hnE 
MDR Missstände in Thüringer Altenheim MDR Umschau 22.11.2011:
http://youtu.be/9IE1U1q8zJI
Bewohner wurden geschlagen und ohne rechtliche Handhabe unnötig fixiert, kritische Mitarbeiter wurden entlassen.

Dass die Pflege alter verwirrter Menschen eine extreme psychische Herausforderung für alle Beteiligten darstellt wird kaum jemand bezweifeln, der sich jemals in dieser Situationbefunden hat, als Angehöriger, als PflegerIn oder als Arzt.
Die ökonomischen Probleme im Gesundheitswesen erschweren die Arbeit im gesamten Gesundheitswesen, insbesondere in der Altenpflege.
Outsourcing und Privatisierungen des Bereiches verstärken den ohnehin schon enormen Stress für alle Beteiligten.

Es wäre eine Illusion zu glauben, dass es sich hier um Einzelfälle handelt!
Vielmehr ist zu bedenken, dass es den Mitarbeiter im öffentlichen Dienstverhältnis schon
DIENSTRECHTLICH VERBOTEN IST, MIT KRITIK AN DIE ÖFFENTLICHKEIT ZU GEHEN!

Siehe auch zur Ökonomie der Privatisierten Medizin:
Pflegehelferinnen aus dem Osten http://wp.me/p1kfuX-4J
Die Wagner-Kur: Gesunde Geschäfte – Österreich – Report (ORF) – 17.5.2011 http://youtu.be/13gHJx863Tw
Wenn die Pflege zum Pflegefall wird: http://youtu.be/cNV_vrBtW1E

Geschrieben von medicus58

27. Mai 2012 um 16:33

Peter “Red” Rabl

Hinterlasse einen Kommentar »


Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr niemals Sozialist war, hat kein Herz. Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr noch Sozialist ist, hat keinen Verstand.
Benedetto Croce

Varianten dazu finden sich auf (http://dossier.dunker.de/2004/nr14/kein-herz.html)

Peter Rabls Bio (* 11. Juni 1948) scheint zunehmend eine Umkehrung dieses Satzes.
Ex-Schwiegersohn des langjährigen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher (http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Bacher),
journalistische Karriere bei überwiegend rechts-konservativ-bürgerlichen Medien mit starkem Hang zum „raffeisigen Giebelkreuz“ Niederösterreichische Nachrichten,
Wochenpresse,
Kurier.

OK, als Herausgeber des Profil nahm er sich schon mal was heraus:

Peter Rabl 43, Herausgeber des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil, sorgte vergangene Woche mit einem Trick der Yellow Press für “einen rauschenden Absatz” seines Journals. Rabl ließ nicht nur Nuditäten auf die Titelseite seines Blattes heben, sondern gleich ein offenbar kopulierendes Paar, dessen Genitalbereich mit einem Rubbel-Aufkleber abgedeckt war (Foto). Per Fußnote erfuhren Profil-Leser: “Das Rubbeln ist für Jugendliche unter 18 Jahren nicht gestattet.” Doch neugierige Rubbler aller Altersklassen wurden getäuscht. Statt einen Blick auf Geschlechtsteile erhielten sie, nachdem die Folie wegradiert war, eine an Selbsterkenntnis reichende bevölkerungsstatistische Information: “25 % aller Österreicher sind Voyeure.”

vermeldete DER SPIEGEL 35/1991 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13490450.html

Aber  als „Paradelinker“ ging Peter Rabl in seiner ersten Lebenshilfe nicht ganz durch.
Nur was ist jetzt los?

Rabls Gezwitschere der letzten Tage hätte auch aus der Sektion 8 (www.sektionacht.at) kommen können:

Als Moderator trat er am 9.5.  im Club 2 “Sparen oder Schulden machen – was rettet Europa?” forsch gegen neoliberale Tendenzen auf: (http://storify.com/a_sator/sparen-oder-schulden-machen-was-rettet-europa ; http://www.youtube.com/watch?v=muJJT-5Z8SU )
“Die Vermögen sind in den letzten Jahren auch immer um 5,6,7% gestiegen. Müssen die nicht einen Teil wieder hergeben?”, führt Rabl weiter aus. und seine Schlussworte
„Die nächsten 10 bis 20 Jahre werden “unschön” werden. Ziehen wir uns warm an. Schlafen sie gut. Gute Nacht.” beeindruckten selbst einen Margaretner KP Bezirksrat (http://wien.kpoe.at/news/article.php/20120512161541520/print ).

Am 17.5. outet er sich erneut als vom Mont Pelerin (http://de.wikipedia.org/wiki/Mont_Pelerin_Society) herabgestiegener Gott-sei-bei-uns der Neolibs, wenn er uns ermahnt: Erinnert sich halt keiner an die dot-com bubble 2000/01. Geschichte und Lernen bleibt ein Gegensatz #Spekulation Wenn er sich am18.5. von der ÖVP Finanzministerin distanziert „Lacina & Edlinger waren jedenfalls besser. Keiner so Näpfen-süchtig und Blamage-gefährdet wie #Fekter“

spricht er letztlich nur Common Sense über den Nonsens der Shortly without Delay Zaster Mitzi (http://wp.me/p1kfuX-fe) nach, aber Lacina als Vorbild ist ja schon sehr knapp links der Mitte (die in unserem Land ohnehin weit rechts liegt).
Auch sein Artikel vom 19.5. könnte noch als primär liberaldemokratisch, durchgehen: Mehr direkte Demokratie als Antwort auf postdemokratische Elitenherrschaft

(http://kurier.at/nachrichten/4496687-das-recht-geht-vom-volk-aus-aber-wie.php)

Aber ein: Die bösen Keynesianisten dürfen aber nach dem Crash immer den Scheißdreck wegräumen – siehe Roosevelts New Deal

vom 23.5. ist schon fast links revolutionär, wobei er noch eins drauf setzt, wenn er die Lektüre von Schulmeister im Falter empfiehlt: wie neoliberale Hayek-Gang über Jahrzehnte Wissenschaft, Politik und Medien indokrinierten. Dafür gab´s Nobelpreise!

Es muss da wirklich was passiert sein, wenn er am 25.5. retweetet Ein Teil der Weisheit besteht auch darin, sich einem Teil der gängigen Wahrheit zu widersetzen.

Wenn Rabl gleichzeitig „Krone“ Pandi verarscht, dass er „auch 2013 als persönlich Nicht-Geladener vor den Toren des Sauschädel-Events herumstehen“ wird, dann könnte man noch glauben, dass Rabl ein positives Andenken an den Sauschädel-König Österreichs, EX-Raffeisen-Boss Konrad (http://www.horizont.at/home/horizont-access/detail/kurier-ein-coup-des-christian-konrad.html) bewahrt hat, für den er doch lange Zeit die Schlagzeilen gebastelt hat.
Mit dem folgenden höchst blasphemischen Tweet wird er dem passionierten Mariazell-Wanderer Konrad, dem bis zuletzt das ganze politische Establishment des Landes an den Rocksaum der Gottesmutter nach trippelte kaum gefallen:

Hallo Papst! Erfinder der #TV_Fernbedienung gestorben. Der Mann gehört heilig gesprochen: Santo subito

Jetzt ahnt der Kundige, dass hier eine mentale Revolution im Gange ist.

Höhepunkt der Mai-Revolution des Peter Rabl, ist ein aktueller Beitrag im Kurier:

Umverteilung in die falsche Richtung

Super-Reiche profitieren auch in der Krise, ihr Beitrag zur Lösung wird fällig. Staatsschulden sind Privatgewinne

Die 90 Prozent der Normalverdiener und Vermögenslosen hat in den letzten 15 Jahren finanziell verloren, die steigende Inflation reduziert ihre realen Einkommen und den Wert ihrer Sparguthaben noch stärker.

Da ist es mehr als gerecht, die großen Vermögen auch mit Besteuerung der Substanz zu beteiligen. Schon 1 Prozent brächte jährlich in der Eurozone an die 400 Milliarden ein. Die jährlichen Vermögenszuwächse machen ein Mehrfaches aus.

Sozialneid und Enteignung sehen anders aus.
http://kurier.at/nachrichten/4497626-umverteilung-in-die-falsche-richtung.php

Was da der gute alte Benedetto (http://de.wikipedia.org/wiki/Benedetto_Croce) wohl sagen würde?
Das Volk sollte jenen wählen, der offen zugibt, Fehler gemacht zu haben, und nicht denjenigen, der alle List darauf verwendet, begangene Fehler zu vertuschen.

Vielleicht ist Peter „Red“ Rabl schon soweit, auf Basis dieses Spruchs politische Konsequenzen aus dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu fordern? Zutrauen würde ich es ihm langsam.

Man sieht sich auf der Jesuitenwiese (beim Volksstimmefest).

Morgen startet PAROLI

Hinterlasse einen Kommentar »


ein neues Projekt des Online Journalismus, getragen von jungen Menschen, die frustriert scheinen über das Jetzt des Journalismus, Morgen etwas anders machen wollen.

Keine Ahnung, was rauskommt, ich werde es mir aber anschauen ….

http://www.paroli-magazin.at/

Geschrieben von medicus58

4. März 2012 um 08:19

Jahreswechsel 2011/2012: Schon 10 Minuten nach 11 ?

Hinterlasse einen Kommentar »


Bald ist es vorbei, das Jahr!
Habe heuer keinen einzigen Jahresrückblick gesehen! Auch egal.
Bilanz?
Wie letztes Jahr: Es war (k)ein gutes Jahr!, eigentlich alles noch aktuell
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33433

Einfach vergesen?
Über ADH und Demenz habe ich schon letztes Jahr einmal geschrieben: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33215

Ist das die Lösung? Hyperaktiv ins Vergessen gleiten?
Na irgendwie ist das Bloggen ja sowas: 
Vorgeben etwas tun zu müssen, ohne was zu bewirken.
Andere kritisieren, um das eigene Thema zu verfehlen.

Ach ja, Wikileaks, das mich hier letztes Jahr beschäftigt hat, kein Hahn kräht mehr danach, wegadministriert. Nur ein paar Juristen quält noch die Frage, wie sehr der Gründer den schwedischen Damen gegen ihren Willen beigewohnt hat.

Ach ja, Bildung, das Volk begehrte, … wird noch irgendwie zu behandeln sein.

Alles können wir uns sparen! 
Die Finanzwirtschaft hat ihre den Schulden der Gesellschaft verkauft und die müssen das Geld, das es nie gab, nun einsparen. Werden wir schon, schuldengebremst und verfassungsverbrieft.

Meinl, Grasser, Hochegger, Plech und der Rest der coolen Gang im Satanswinkerl, guat is gangen nix is g’schehn! 
Entweder auf wieder freiem, wenn auch kardial geschwollenem Fuß, oder überhaupt nicht belangt.

Fundamentalismus überall.
Evangelikale, muslimische Wutmullahs und jetzt noch orthodoxe Juden, die uns hinter die Aufklärung zurückbeten wollen.

Strahlende Zukunft.
Nachdem hierzulande der ORF den nuklearen Weltuntergang rauf und runter georgelt hat, pfeift sich nun kein Schwein mehr über Fukushima. D.h. entweder der Untergang kommt gleich, oder wir suchen uns andere Headlines. Wenn es um Quote geht, kann man keine Information erwarten.

Also doch einfach vergessen? Vermutlich ist das das Beste für uns.

Wie das geht, zeigt das Bild: 
Bei einem der klassischen Teste um komplexe kongnitive Fähigkeiten zu testen, muss der Proband ein Uhrblatt und darauf 
die Stellung der Uhrzeiger 10 Minuten nach 11 zeichen.

Zwischen den beiden Bildern liegen etwas mehr als ein Jahr.

In der Medizin nennen wir das Morbus Alzheimer.
Im täglichen Leben können wir sowas nur beneiden…..

Wenigstens ist es noch nicht 5 Minuten vor 12 …

PROSIT!

 

Geschrieben von medicus58

16. Februar 2012 um 12:52

Veröffentlicht in Generationen

Getaggt mit , ,

Der Tag an dem die Bank gestürmt wurde – American Madness

Hinterlasse einen Kommentar »


Ich könnte ja schon wieder einmal die Frage stellen, ob man mir wirtschaftliche Zusammenhänge erklären kann, so wie ich es kürzlich getan habe: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=48147 .

Der eben zu Ende gegangene EU-Gipfel böte sich an, aber nein … 
im Inneren des Wahnsinns sind auch alle Erklärungen irgendwie absurd.

Getreu unserem Motto (gestohlen von Popper, ich weiß): 
Es gibt drei Zugänge zur Welt: Religion-Wissenschaft und Kunst 
glauben wir dass uns manchmal die Kunst mehr über unsere Welt (in diesem Fall über die Finanzkrise) sagen kann, als die Wirtschaftswissenschaft.

In seinem 1932 heraus gekommenen Film American Madness
(http://www.imdb.de/title/tt0022626/) schildert Frank Capra (Buch: Robert Riskin) den “Vertrauensverlust” der Banken untereinander, die aus Gerüchten resultierende Panik und (mein Lieblingssatz:) “dass der ihm persönlich bekannte Schuldner “Mr. Jones” nicht Schuld an der Krise ist!   

Den kompletten Plot (auf English) findet man auf:
http://www.imdb.com/title/tt0022626/plotsummary  

Eine gute Kurzzusammenfassung mit einigen Schlüsselszenen hat YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=a6sCsF5fBCk

Geschrieben von medicus58

16. Februar 2012 um 12:47

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 261 Followern an

%d Bloggern gefällt das: